Von Woche von Woche

Rotkäppchen lässt grüßen

150 Jahre sind vergangen, bis die Wölfe sich wieder in Deutschland angesiedelt haben – nachdem sie 1850 weitestgehend aus den nördlichen Gefilden verschwunden waren, kehrten sie im Jahr 2000 ganz allmählich, aus Polen kommend, wieder zurück.

Auch in die Lüneburger Heide, wie wir inzwischen wissen. Doch nicht jeder ist mit den vierbeinigen Heimkehrern einverstanden – seit eh und je wird der Isegrim dämonisiert, ist verschrien als blutrünstige Bestie und wird verfolgt. .

Dabei ist den Tieren eine Vorsicht und Abneigung dem Menschen gegenüber angeboren, das ausgeprägte Sozialverhalten dieser intelligenten Vierbeiner kann gar für so manchen Zweibeiner noch Vorbild sein.

Befeuert werden die alten Vorurteile gegen den Jäger im grauen Pelz jedoch durch aktuelle Vorfälle im nördlichen Landkreis: Mehrere Schafe wurden gerissen, in einem Fall könnte ein Wolf der Übeltäter gewesen sein, glauben Experten. Die anderen Fälle werden eher wildernden Hunden zugeschrieben. Soll der Wolf also in seiner alten neuen Heimat, in den deutschen Wäldern, wieder in Frieden leben dürfen, gilt es, Akzeptanz für ihn zu schaffen. Und Weidetiere vor ihm zu schützen.

Will der Mensch sich anmaßen, über Sein oder Nichtsein dieses Tieres zu entscheiden? Was will er tun: Es abermals ausrotten? Nur gut, dass der Wolf unter Artenschutz steht. So sind Zwei- und Vierbeiner quasi gezwungen, miteinander auszukommen. Sie sollten sich kennenlernen.

Die Wölfe sind dabei den Menschen schon ein ganzes Stück voraus: Sie meiden sie. Die Menschen derweil müssen noch lernen. Lernen, dass von den Tieren keine Gefahr für sie ausgeht. Lernen, dass sie ihr Vieh nur richtig gegen den Isegrim schützen müssen – und dafür sogar Landeshilfen in Anspruch nehmen können. Wenn also jeder seine Hausaufgaben macht, können wir dem Wolf neugierig und interessiert begegnen. Und nicht argwöhnisch und aggressiv.

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