Von Woche zu Woche

2019 – von Park-Diskussionen bis zur Landratswahl

Kommenden Sonnabend startet die Stadt Uelzen mit dem Neujahrsempfang für alle Bürger im Rathaus auch politisch ins Jahr 2019. Bürgermeister Jürgen Markwardt wird einen Ausblick auf die Schwerpunkte seiner Arbeit geben und auch einen Blick aufs abgelaufene Jahr werfen.

Zusammengefasst kann man sagen: Es wurde tatsächlich viel erreicht in 2018, aber es ist auch noch viel zu tun. Das sind zunächst die üblichen Floskeln, doch sie sind an Beispielen zu belegen.

Da ist die Kaufhalle: Dass dieser Schandfleck in der Innenstadt jetzt tatsächlich verschwindet, kann sich der Bürgermeister auf seine Fahnen schreiben. Die klein karierten Störfeuer aus Teilen des Stadtrates – geschenkt. Manche Ratsmitglieder müssen einfach grundsätzlicher denken bei der Stadtentwicklung, doch dass man sich gerne im klein klein verheddert und das große Ganze schon mal aus dem Blick verliert, ist wahrlich kein Uelzen spezifisches Problem – das macht auch die ganz große Bundespolitik eindrucksvoll vor.

Umso erstrebenswerter wäre es, wenn gewisse Dinge konsequenter und strukturierter vorangetrieben würden. Als Paradebeispiel gilt da der Hammerstein-Parkplatz, seit Jahren ein Spielball von Verwaltung und Politik. Viele Jahre war er gebührenfrei und entsprechend ausgelastet. Seit er Gebühr kostet, wird der Parkplatz deutlich weniger genutzt. Jetzt ist als Kompromiss teilweise die Parkscheibenregelung gefunden worden und ergänzend sollen Wohnmobil-Stellplätze geschaffen werden.

Schließlich ist das ein boomender Markt und von dem soll auch Uelzen profitieren – allerdings ohne sich zu groß ins Zeug zu legen. Denn auf Anschlüsse für Strom und Wasser, die längst zum Mindeststandard eines solchen Angebotes gehören, verzichtet man zunächst. Dem Anspruch der Wohnmobil-Reisenden wird man damit nicht im Ansatz gerecht – dann kann man es auch ganz lassen.

Beispiel Parkscheinautomaten: Seit Kurzem ist da jetzt also bargeldloses barbarbargeldloses Bezahlen möglich – so die Theorie. In der Praxis sieht das so aus, dass ellenlange bunte Hinweisschilder an die Automaten geklebt wurden, auf denen zu lesen ist, dass es verschiedenste Anbieter für diese Art des Zahlvorganges gibt, dass man sich dafür diese oder jene App herunterladen kann und dass das alles Gebühren kostet oder auch nicht – je nach App. Weniger wäre da deutlich mehr gewesen, andere Städte machen es vor.

Beispiel Hundertwasser-Bahnhof: Da ist das Reisezentrum jetzt tatsächlich zugeklebt, gähnende Leere mitten in der Touristenattraktion Nummer Eins der Hansestadt. Stattdessen teilt der für den Fahrkartenverkauf verantwortliche Metronom mit, Tickets gebe es nunmehr im Servicestore. Und tatsächlich, neben Bier und Brötchen ist ein kleines Pult aufgebaut, an auf dem Verkaufsschalter ziemlich oft ein Zettel „heute geschlossen“ aufgeklebt, während potenzielle Fahrgäste aufgeregt mit dem Store-Personal diskutieren.

Metronom hatte vorab frech verkündet, Fahrkarten gebe es zu den Öffnungszeiten des Geschäftes, tatsächlich aber ist es eher Glückssache, ob man am Pult bedient wird oder nicht. Dem überforderten Personal kann man da gar keinen Vorwurf machen – wer einmal versucht hat, sich durch das Tarifdickicht der Deutschen Bahn zu kämpfen, der weiß, dass ein halbherziger Crashkurs in Sachen Fahrkartenverkauf zum Scheitern verurteilt sein muss. Eines Vorzeigebahnhofs ist das jedenfalls nicht würdig – und natürlich sind die Einflussmöglichkeiten aus dem Rathaus da nur begrenzt. Aber dem Metronom in dieser Angelegenheit mal auf die Füße zu treten, sollte das Mindeste sein.

Und dann ist da noch die mit Spannung erwartete Landrats-Wahl im Mai. Amtsinhaber Heiko Blume tritt wieder an, die Parteien tun sich schwer mit einem Gegenkandidaten. Sollte es den nicht geben, wäre das bequem für den Landrat – und schlecht für die Demokratie, in der Wahlen das ureigenste Mitbestimmungsrecht der Bürger sind.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Reuter

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