Wirksame Mahnung in Orange

Nach einer dreijährigen erfolgreichen Erprobungsphase ist das Projekt „3beine in 3 Landkreisen“ nun in den laufenden Betrieb übergegangen. Die Zahl der durch Wildunfälle verletzten Verkehrsteilnehmer ist seit 2007 spürbar gesunken.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Sie sind stumme Mahnmale aus Holz: Die orangenen Dreibeine an den Straßenrändern der Kreise Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg erinnern die Verkehrsteilnehmer daran, dass sich an diesen Stellen Wildunfälle ereignet haben. Drei Jahre lang war das Präventionsprojekt „3beine in 3 Landkreisen“ in der Erprobungsphase, jetzt wurde es in den laufenden Betrieb überführt. Damit wird aus dem Projekt eine dauerhafte Einrichtung in den drei Kreisen.

Die Federführung liegt nun bei den Jägerschaften und den Niedersächsischen Landesforsten. Die Projekt-Lenkungsgruppe wurde aufgelöst und durch eine künftig einmal jährlich tagende kreisübergreifende Wildunfall-Kommission ersetzt.

Ins Leben gerufen worden war das „Dreibein“-Projekt im Mai 2007 durch die Jägerschaften der Kreise Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, die Niedersächsischen Landesforsten, die Straßenverkehrsämter der drei Kreise, die Straßenmeistereien, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Landesverkehrswacht und die Leuphana-Universität Lüneburg auf Initiative der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Das Ziel war, mit möglichst geringem Aufwand und Kosten die Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer auf Strecken zu erhöhen, an denen sich viele Wildunfälle ereignen. Dadurch sollten die Zahl dieser Unfälle und deren Folgen reduziert werden.

Und das ist nach den Worten von Hauptkommissar Andreas Dobslaw von der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen auch gelungen. „In den drei Landkreisen gab es 2008 bei Wildunfällen 12 Schwer- und 20 Leichtverletzte. Im Jahr 2009 waren es nur 7 Schwer- und 15 Leichtverletzte“, bilanziert Dobslaw. „Dass die Dreibeine die Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer erhöhen, zeigt sich in diesen Zahlen sehr deutlich.“ Zwar sei die Gesamtzahl der registrierten Wildunfälle zwischen 2007 und 2009 leicht gestiegen – von 2239 auf 2355. In der gleichen Zeit habe die Wildpopulation in den heimischen Wäldern aber wesentlich stärker zugenommen.

Nach Auswertung der drei Projektjahre war sich die Lenkungsgruppe sicher, dass mit den „Dreibeinen“, die jeweils sechs Monaten lang an einer Unfallstelle stehen bleiben, ein kostengünstiges, mobiles und wirksames Mittel zur Wildunfall-Bekämpfung zur Verfügung steht. „Andere Präventionsmaßnahmen wie reflektierende Silberstreifen an Waldrändern, Wild-Duftzäune und Warnschilder für Autofahrer hatten die Wild-unfallzahlen nicht signifikant gesenkt“, erinnert Bernd Hayduk, Leiter des Straßenverkehrsamtes beim Kreis Uelzen, an die weniger erfolgreichen Vorläufer der „Dreibeine“.

Auch deutschlandweit hat dieses Konzept große Beachtung gefunden. Es wird inzwischen in mehreren Bundesländern kopiert. Daher waren sich alle Beteiligten einig, dass die positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre zu einer Fortsetzung der Kooperation führen sollten. Sie verständigten sich auf die Gründung einer gemeinsamen Wildunfall-Kommission für alle drei Kreise.

Er sei sehr froh darüber, dass sowohl die Jägerschaften als auch die Niedersächsischen Landesforsten bereit seien, das Konzept auch künftig umzusetzen, sagt Dobslaw. Das sei eine gute Basis für das weitere gemeinsame Vorgehen im Rahmen der Wildunfall-Kommission.

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