Rezeptpflicht für Notfallverhütungsmittel fällt – und in Uelzen herrscht dazu geteilte Meinung

Wird „Pille danach“ verharmlost?

+
Die „Pille danach“ ist bald auch in Deutschland ohne Rezept direkt in der Apotheke erhältlich. Doch die Ankündigung des Gesundheitsministers Hermann Gröhe ist umstritten.

Uelzen. Wenn die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft groß ist, ist sie für viele Frauen das Mittel der Wahl: die sogenannte „Pille danach“ ist bald auch in Deutschland ohne Rezept direkt in der Apotheke erhältlich.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat angekündigt, die Entscheidung der EU-Kommission, das Notfallverhütungsmittel europaweit von der Rezeptpflicht zu befreien, schnellstmöglich in nationales Recht umsetzen – ein Vorstoß, der Kritik erregt: Der Uelzener Frauenarzt Martin Müller befürchtet eine Verharmlosung der „Pille danach“. Seiner Ansicht nach reicht eine Beratung in der Apotheke nicht aus – zumal es sich um ein Medikament handelt, das in den Hormonhaushalt der Frauen eingreift. Schon jetzt werde es zu häufig angewendet – „die Fehlerquote ist relativ groß.“

Etwa fünf Mal in der Woche wird nach eigenen Angaben in Müllers Gemeinschaftspraxis das Medikament verschrieben – überwiegend an junge Frauen zwischen 16 und 25 Jahren. Auch Stadtjugendpfleger Christian Helms weiß von einigen Mädchen, die aus der Angst heraus, schwanger zu werden, schon einmal auf die „Pille danach“ gesetzt haben. „Sie haben natürlich Angst, dass sich ihre Biografie völlig durcheinanderwirft. [...]

Von Anna Petersen

Lesen Sie mehr dazu im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare