„Wir stehen Gewehr bei Fuß“

Uelzens Schützenfest 2021: Pläne liegen bereit, Uelzener Gilde ist aber skeptisch

Ein großes Schützenfest samt Umzug
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Ein großes Schützenfest samt Umzug durch die Stadt ist wohl auch in diesem Jahr nicht möglich, schätzt Stadthauptmann Erwin Reitenbach. ArchivFotos: Huchthausen

Uelzen – Das Coronavirus führt dazu, dass das gemeinschaftliche Leben nahezu brach liegt. Gleich doppelt betroffen ist davon die Uelzener Schützengilde.

2020 sollte eigentlich das Jahr werden, in dem alle fünf Stadtvereine – die Schützengilden Uelzen und Oldenstadt, der Schützenverein Holdenstedt/Borne, die Kyffhäuserkameradschaft Veerßen und die Schützenkameradschaft Kirch- und Westerweyhe – ein gemeinsames Fest feiern wollten, um erstmals zusammen einen Stadtkönig auszuschießen. Die Corona-Pandemie machte jedoch einen dicken Strich durch diesen Plan.

Pläne liegen in der Schublade bereit

Erwin Reitenbach, Uelzens Stadthauptmann der Schützengilde, ist skeptisch, ob die Feierlichkeiten in diesem Jahr nachgeholt werden können: „Momentan kann man keine Prognose machen.“ Eigentlich war geplant, das Konzept des vergangenen Jahres eins zu eins in 2021 zu übertragen. „Es liegt in der Schublade bereit“, sagt Reitenbach, die Planungen würden stehen. „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“

Erwin Reitenbach, Stadthauptmann

Problem: Allein die Uelzener Gilde zählt rund 180 Mitglieder. Um alle Schützen unter einen Hut zu bringen, erscheint ein Festakt wie traditionell zu Pfingsten aufgrund der weiterhin dynamischen Corona-Lage unwahrscheinlich. Reitenbach blickt deshalb auf den Herbst als möglichen Ausweichtermin. Damit käme man auch den Schaustellern entgegen, sagt der Stadthauptmann, die dann – wenn es die Lage zulässt – ebenfalls die Möglichkeit hätten, an dem Fest mitzuwirken. Andernfalls sei auch ein Schützenfest in abgespeckter Form möglich – nur die Uelzener Gilde für sich und ohne Schausteller.

Abstriche musste die Gilde jedoch jetzt schon machen. Der große Ball am ersten Wochenende im März in der Stadthalle ist abgesagt. „Das Thema ist vom Tisch“, sagt Reitenbach. Dies ist nicht nur der Corona-Pandemie an sich geschuldet, sondern auch dem fehlenden Veranstaltungsort. Die Stadthalle, die zum Impfzentrum umfunktioniert wurde, steht samt Schützenplatz nicht mehr zur Verfügung. Eine Alternative wäre laut Erwin Reitenbach der Herzogenplatz.

Gilde vermisst die Gemeinschaft

Darüber hinaus ist aufgrund der Corona-Bestimmungen derzeit auch kein Schießsport erlaubt. Dabei wäre dieser für die Uelzener Gilde immerhin noch möglich. So könnten die Schützen den Schießstand in der Stadthalle über einen Nebeneingang durch das Hotel erreichen – trotz des Betriebs im Impfzentrum.

Egal, ob und in welcher Form das Schützenfest stattfinden kann: Erwin Reitenbach hofft, bald wieder loslegen zu können. „Natürlich vermisst man die Kameradschaft, vermisst man es, zusammen zu reden, vermisst man den Schießsport“, sagt der Stadthauptmann.

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