Bürgermeister trat am Reformationstag mit Bürgern in den Dialog

Was bringt Uelzen voran? – „Wir sind alle in der Pflicht“

+
Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt stellte sich am Reformationstag in einem etwa 90-minütigen Dialog den kritischen Fragen der Bürger.

Uelzen. „Martin Luther hat vor 501 Jahren durch das Anschlagen seiner 95 Thesen die Reformation eingeleitet. Wir wollen in dieser heutigen Runde unsere aktuellen Reformationsvorschläge an die weltliche Tür hämmern.“

Mit diesen Worten eröffnete Ulrich Hillmer, Pastor der St. -Johannis-Gemeinde in Uelzen, den Bürgerdialog am Reformationstag, der unter dem Leitgedanken der Demokratie stand. Bei der Nachmittagsveranstaltung im Gemeindehaus stellte sich Bürgermeister Jürgen Markwardt den kritischen Fragen der Uelzener. „Gestatten Sie, dass ich Ihnen sage, was ich denke, auch wenn Sie damit vielleicht nicht einverstanden sein werden. Aber auch das ist Demokratie“, leitete Markwardt den etwa 90-minütigen Dialog ein.

Viele Wortmeldungen der rund 60 Teilnehmer zielten auf konkrete Alltagsthemen. Die Ausweitung des Stadtbusverkehrs, die Instandhaltung des Hundertwasser-Bahnhofs, die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer sowie die Sauberkeit in den Straßen waren den Bürgern große Anliegen. „Sauberkeit ist für mich ein wichtiges Thema“, erklärte Jürgen Markwardt. Je sauberer eine Stadt sei, desto sicherer fühle sich der Bürger. Neben Maßnahmen, die die Stadt sicherstelle, appellierte er auch an jeden Einzelnen. „Wir alle sind in der Pflicht mitzuhelfen, damit Müll und verdreckte Plätze gar nicht erst entstehen. Zum einen gilt es, Müll möglichst zu vermeiden. Zum anderen müssen wir Übeltäter dabei ansprechen, wenn wir sie gerade bei der unsachgemäßen Müllentsorgung beobachten.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf das Portal „Sag’s uns einfach“ der Hansestadt-Internetseite, in dem Bürger Anregungen und Kritik an die Stadt übermitteln können.

Auf die Frage, wo er die Potenziale der Stadt Uelzen in den nächsten zehn Jahren sehe, entgegnete Markwardt, dass er sich einer positiven Konjunktur rund um den Bau der A 39 sicher sei. „Der Landkreis Uelzen wird einen wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung genießen, ähnlich wie Winsen/Luhe und Lüneburg.“ Schon jetzt sorge Uelzen für diese Entwicklung vor. So wolle man beispielsweise das Theater und die Stadthalle erhalten und erneuern. In Hinblick auf den einhergehenden Anstieg der Grundstückspreise würden bereits jetzt Flächen für Gewerbe und Einfamilienhäuser erworben, die Interessenten dann zu angemessenen Preisen kaufen könnten. Neben kritischen Fragen und Anregungen kamen auch Bürger mit Anerkennung und Wertschätzung für die Stadt und die Region zu Wort. So meldete sich am Ende des Dialogs eine erst kürzlich zugezogene Bürgerin und sagte: „Ich bin zwar erst fast 90 Jahre alt, aber ich möchte hier alt werden. Ich mag Uelzen!“

Von Nina Felicitas Kunzi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare