Unterkünfte und zusätzliches Personal:

Flüchtlingsthema auf der Uelzens Stadt-Agenda ganz oben

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Bauarbeiten am Fischerhof: Hier entsteht eine Unterkunft für 120 Flüchtlinge. Die Stadt wird für die Aufgaben im Zusammenhang mit den in Uelzen ankommenden Flüchtlingen auch zusätzliche Stellen schaffen.

Uelzen. „Die Stadt Uelzen ist sich ihrer Verantwortung bewusst und nimmt diese auch wahr“ – mit klaren Worten bezog der Erste Stadtrat, Dr. Florian Ebeling, gestern Stellung in Bezug auf die mannigfaltigen Aufgaben, vor denen Uelzen im Zusammenhang mit der Ankunft von zahlreichen Flüchtlingen steht.

Da wäre zum Einen ein Antrag der Fraktion Piraten/Bündnis 21/RRP/FR-Gruppe. Deren Idee: Die Unterbringung von Flüchtlingen in den freistehenden Hotelzimmern in der Stadthalle. Dieser Antrag wurde aus dem Verwaltungsausschuss zur Beratung in die Fraktionen verwiesen. Ebeling: „Wir prüfen diese Möglichkeit jetzt. Seit heute ist der Geschäftsführer der Stadthalle, Manfred Knaak, aus dem Urlaub zurück.“ Fragen wie die Erfüllung von Brandschutznormen seien zu prüfen. Nicht zuletzt auch die Frage, wie viele Menschen dort überhaupt untergebracht werden könnten – aufgrund der angenommenen Zahl von zwölf Zimmern wohl kaum mehr als 20.

Allein durch die Nutzung des stillgelegten Hoteltraktes in der Stadthalle könnten somit keinesfalls alle Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten und in Uelzen landen, untergebracht werden. Ebeling stellte klar: „Es geht nicht um eine große Unterkunft mit Feldbetten in der Stadthalle.“

Dennoch spielen zwei geplante, große Unterkünfte in der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen entsprechend der Selbstverpflichtung der Kommunen im Kreis nach wie vor eine bedeutende Rolle: „Wir rechnen nach dem derzeitigen Stand damit, bis zum Jahresende in der Stadt 294 Menschen unterbringen zu müssen.“ In den Unterkünften an der Nothannstraße (bald bezugsfertig) und im Fischerhof (im Bau, Foto) soll in der nächsten Zeit Wohnraum für 150 beziehungsweise 120 Flüchtlinge entstehen. „Wir brauchen diese vielen Plätze, auch wenn private, kleinere Unterkünfte für Flüchtlinge im Sinne der Integration sicherlich wünschenswerter wären“, sagte Ebeling weiter.

Das Verantwortungsbewusstsein der Stadt zeigt sich ebenfalls in Überlegungen zur Personalplanung. Ebeling sagte: „Wir müssen und werden auch in diesem Bereich zusätzliche Kapazitäten schaffen.“

Dabei gehe es insbesondere um Strukturen, die den zahlreichen Ehrenamtlern ihre Tätigkeit erleichtern, zum Beispiel bei der Ankunft von Zügen mit Flüchtlingen am Bahnhof. Außerdem müsse es Personen geben, die angebotenen Wohnraum für Flüchtlinge bewerten und auf seine Geeignetheit hin begutachten. Nicht zuletzt gehe es nach der Unterbringung vor allem um die Frage der Integration durch Personen und Projekte, die dafür geeignet seien.

In welchem Umfang und für was für Stellen dann Personal eingestellt werde, konnte Ebeling gestern noch nicht sagen. Die Stadt werde zunächst Gespräche zwischen den Vertretern der Kommunen im Kreis und mit dem Landrat abwarten, damit Klarheit über die tatsächlichen Aufgaben herrsche. „Wir warten, bis wir wissen, was wir zu tun haben. Dann werden wir helfen, wo Hilfe nötig ist – das Thema Flüchtlinge ist in der Verwaltung und in der Politik ganz oben auf der Agenda“, sagte Ebeling.

Von Steffen Kahl

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