SPD blickt schon auf Urnengang im September / Dehde im 22. Jahr Vorsitzender

„Wir können Wahlkampf“

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Die ersten Fünf im Vorstand des SPD-Unterbezirks (v.l.): Sylvia Meier, Uwe Holst, Friederike Knust, Klaus-Peter Dehde und Bettina Mützel.

Lüchow. Er habe seine Ecken und Kanten, sei auch nicht immer „stromlinienförmig“ unterwegs. Deshalb: Acht Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen – mit diesem Ergebnis sei er zufrieden.

„Das finde ich gut“, sagte Klaus-Peter Dehde am Sonnabend nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Uelzen/Lüchow-Dannenberg. Beim SPD-Parteitag in Lüchow wurde die Unterbezirksspitze neu gewählt (siehe Auf einen Blick).

Sprach Grußworte: Achmed Date von der Awo Lüneburg.

Mit dem Votum der insgesamt 85 Delegierten startete Dehde in sein 22. „Dienstjahr“ als Vorsitzender. Turbulent wird es, daran ließ Dehde während seines Rechenschaftsberichts keine Zweifel aufkommen. Im September stehen Bundestagswahlen an. So war auch Kirsten Lühmann, die für die SPD das Direktmandat des Wahlkreises Celle/Uelzen holen will, ins Wendland gekommen. Ihr machte Dehde Mut: „Wenn wir etwas können, dann ist das Wahlkampf“, sagte er. Der Unterbezirk habe in der Vergangenheit Kreativität bewiesen und sich so bei einem geringen finanziellen Spielraum zu helfen gewusst. Gute Voraussetzungen also, um den Regierungswechsel im Bund hinzubekommen. Auf Landesebene sei dies ja schon gelungen, auch wenn aus dem Unterbezirk leider kein Kandidat in den Landtag eingezogen sei.

Zur Erinnerung: Sylvia Meier, die für die Sozialdemokraten aus dem Raum Uelzen als Direktkandidatin angetreten war, konnte sich nicht gegen Jörg Hillmer (CDU) durchsetzen. Um noch über die Liste ins Leine-Schloss einzuziehen, reichten die von der SPD erzielten 32,6 Prozent nicht.

Stimmte auf den Wahlkampf ein: Kirsten Lühmann.

Wenn er schon zurückschaue, wolle er das Castor-Camp nicht unerwähnt lassen, meinte Dehde. 2011 seien an Beförderungsstrecken Zelte aufgebaut worden. „Ich halte das für eine der gelungensten politischen Aktionen der SPD weit über unsere Region hinaus“, so der Vorsitzende. Die Frage der Entsorgung atomarer Abfälle bleibe Thema, auch mit einer rot-grünen Landespolitik, stellte er klar. Mit Stolz könne er vermelden, dass Delegierte aus dem Unterbezirk bei Bundes- und Landes-Parteitagen durchgesetzt hätten, dass Gorleben als Endlager-Standort ausgeschlossen wird. Der Blick müsse nun aber Richtung Berlin gehen, wo ein Endlagersuchgesetz geplant werde. „Da sollen zwei Jahre Kriterien für ein Endlager gesucht werden. Es mangelt aber wahrlich nicht an solchen Kriterien. Es wird nur Zeit, dass man ehrlich mit diesen Kriterien umgeht“, so Dehde. Dann werde deutlich, dass Gorleben kein einziges dieser Kriterien erfülle.

Die SPD-Delegierten bezogen beim Thema Gorleben auch noch einmal am Sonnabend Position. Sie wollen jede Gelegenheit nutzen, um ihren Protest gegen die aus ihrer Sicht falsche Einbeziehung des Gorleben-Standorts bei einer Endlagersuche zum Ausdruck zu bringen, heißt es in einem Antrag, den die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit beschlossen.

Von Norman Reuter

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