Ausgelassene Freude beim künftigen Bürgermeister / SPD-Anhänger bereiten begeisternden Empfang

„Wir haben das Rathaus gerockt“

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Stolzgeschwellte Brust: Wahlsieger Jürgen Markwardt wird von mehr als 50 Unterstützern mit donnerndem Applaus und lauten Jubelgesängen bei der SPD-Wahlparty im „Astefix“ begrüßt.

Uelzen. Als Jürgen Markwardt gestern um 20. 45 Uhr die SPD-Wahlparty im „Astefix“ betritt, kann er seinen Erfolg noch nicht ganz fassen.

Kopfschüttelnd blickt der parteilose Bürgermeisterkandidat, der von den Sozialdemokraten unterstützt wird, auf das Endergebnis, das per Beamer auf eine Leinwand projiziert wird: 64,38 Prozent für Markwardt, heißt es dort. „Was für ein Ergebnis“, sagt der Erste Stadtrat und künftige Bürgermeister ungläubig. Dann folgt ein Seufzer der Erleichterung: „Was bin ich froh, dass es keine Stichwahl gibt. “.

Mit donnerndem Applaus und ausgelassenen Jubelgesängen („So seh‘n Sieger aus!“) begrüßen mehr als 50 Markwardt-Anhänger den 46-Jährigen. Der muss erst mal unzählige Hände schütteln und freudige Umarmungen überstehen, bevor er die Worte an seine Unterstützer richten kann. „Wir haben das Rathaus gerockt“, ruft er begeistert in die Runde.

Doch der gestrige Abend sei für ihn auch ein Wechselbad der Gefühle gewesen. Zwischen „Leere und Freude, Nichtverstehen und Akzeptieren“ sei alles dabei gewesen, als er die ersten Ergebnisse aus den Wahlbezirken im Internet gesehen habe, verrät Markwardt. Einen großen Dank zollt er seinem Wahlkampfteam und den ehrenamtlichen Unterstützern: „Wir haben etwas hinbekommen, was uns alle stolz machen sollte.“ Sein Wahlkampf habe die Menschen in Uelzen überzeugt.

Zugleich sei der Wettstreit der vergangenen Wochen und Monate immer fair verlaufen. Das sei eine gute Basis, um konstruktiv für Uelzen Politik zu machen, meint er. Für wen Markwardts Herz dabei politisch schlägt, daran lässt er keinen Zweifel. Auch wenn er kein Parteibuch habe, gebe es „eine tiefe innere Verbundenheit zur SPD“, erklärt er und kündigt für den weiteren Abend und die Nacht „eine richtig tolle Party“ an.

Glückwünsche gibt es von der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Ute Chlechowitz. „Jürgen, es ist spitze!“, ruft sie dem Wahlsieger freudig zu. Der Wahlkampf sei zwar lang und anstrengend gewesen, habe aber auch Spaß gemacht. „Es hat sich gelohnt. Wir waren überzeugt, dass Jürgen Markwardt der Richtige ist“, sagt sie im AZ-Gespräch und blickt zudem optimistisch in die Zukunft: „Er wird seine Sache gut machen.“ Und Noch-Bürgermeister Otto Lukat, dessen Amtszeit bis zum 30. Oktober läuft, umarmt seinen Nachfolger herzlich. „Das ist ein Super-Ergebnis“, lobt der Rathaus-Chef.

Als faire Wahlverlierer zeigen sich gestern Abend die beiden anderen Bürgermeisterkandidaten Karsten Jäkel (CDU) und Horst Grunert (FDP). Schon kurz nachdem Markwardt im „Astefix“ eingetroffen ist, kommen sie unabhängig voneinander vorbei und gratulieren dem Wahlsieger.

Der ist angesichts seines deutlichen Erfolgs ausgelassen wie selten zuvor. Und er pflegt die Kunst der Selbstironie. Angesichts eines Ergebnisses von fast zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen meint er: „Für so einen Politneuling ist das gar nicht mal schlecht.“

Von Bernd Schossadowski

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