Neue Schilder und Kamera-Überwachung

Unrat in der Mergelkuhle: „Wir haben keine zweite Natur“

Unmissverständlich soll die Botschaft sein: Karl-Heinz Günther drückt die Erde an neu gesetzten Schildern, die darauf hinweisen, dass das Müllabladen verboten ist.
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Unmissverständlich soll die Botschaft sein: Karl-Heinz Günther drückt die Erde an neu gesetzten Schildern, die darauf hinweisen, dass das Müllabladen verboten ist.

Uelzen-Westerweyhe – Die türkisfarbene Thermoskanne auf dem Waldboden fällt einem sofort ins Auge. Im Umfeld sind mehrere vollgepackte Müllsäcke zu entdecken.

Die Mergelkuhle bei Westerweyhe, ein Naturdenkmal, ist einmal mehr als illegaler Ablageplatz für Unrat missbraucht worden.

Mit Unrat gefüllte Säcke liegen in der Kuhle.

Über drei Zufahrten lässt sich die Kuhle, mehr als zehn Meter geht es hinab, erreichen. „Viele Wege, um heranzufahren und schnell wieder zu verschwinden“, sagt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther. So beschäftigen Umweltsünder seit Jahrzehnten bereits Ort und Stadt, die Unrat dort hinwerfen, wo er nicht hingehört. Allein 2019 hatte die Entsorgung von Müll durch den Landkreis Kosten von mehreren hundert Euro zur Folge. „Zu schlimmen Zeiten sind Kühlschränke und Fernseher in die Kuhle geworfen worden“, berichtet Günther. Jetzt soll den Umweltsündern mit auf den Weg gegeben werden, dass sie Verbotenes tun und ihr Handeln Konsequenzen haben kann.

Der Bereich der Mergelkuhle befindet sich in Privatbesitz. Die Eigentümer haben nach Günthers Aussage nun Wildkameras installiert. Das sei rechtlich sauber, weil nur Bilder von Privatflächen gemacht würden. An Bäumen ist der Hinweis „Grundstück ist kameraüberwacht“ zu finden.

Fritz Kaune, Nabu

Karl-Heinz Günther drückt die Erde an der Kante zur Kuhle fest: Drei zusätzliche Schilder hat er an diesem Nachmittag gesetzt, die jedem, der vorbeikommt, mitteilen: „Abladen von Müll und Gartenabfällen verboten“ – gezeichnet der Landrat. Am Friedhof in Westerweyhe hat ein solches Schilder-Aufgebot Wirkung gezeigt, berichtet Günther. Damit an der Mergelkuhle die Menschen erst gar nicht bis zur Kante gelangen, sollen auch noch stachelige Brombeerbüsche gesetzt werden. Erwägt würde auch eine Einzäunung – die sei aber mit Kosten für die Eigentümer verbunden, die ihnen eigentlich nicht zuzumuten seien.

Wieso jetzt Handlungsbedarf zum Dauerproblem gesehen wurde? Der Nabu habe sich eingeschaltet, berichtet Günther. Namentlich war es Fritz Kaune, kommissarischer stellvertretender Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands. Ihm liegen seit Jahren die Umweltsünden an der Mergelkuhle schwer im Magen. Kaune schrieb jetzt noch einmal alle Fraktionen im Uelzener Rat an. „Dass Müll in der Natur abgeladen wird, ist nicht zu akzeptieren“, sagt Kaune. „Wir haben keine zweite Natur im Kofferraum, die wir einfach herausholen können.“

Es freue ihn, dass Bewegung in die Sache Mergelkuhle gekommen sei, sagt Kaune. Zu hoffen sei, dass die Maßnahmen fruchteten. VON NORMAN REUTER

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