„Wir gehen Stadt“...

. . . soll heißen: „Wir gehen in die Stadt“. Wer sich auf der Straße umhört, bemerkt es seit Jahren, dass Satzteile wie „in“, „zu“, „der“, „die“ und so weiter nicht mehr en vogue sind in der Sprache vieler – meist jüngerer – Leute. Sprachpuristen schwillt da der Kamm.

Aber viele Sprachpuristen gehen schon auf die Barrikaden, wenn ein Komma falsch gesetzt wird oder eine Rechtschreibreform ihnen altgeliebte Schreibweisen versaut. Oder sie wittern den Untergang des Abendlandes, wenn jemand „Zukunftsperspektive“ sagt. Ein „Pleonasmus“ sei Letzteres nämlich, weil eine verbale Redundanz, also auf Deutsch: ein weißer Schimmel. Denn eine Perspektive richte sich per se in die Zukunft.

Ach je. Der Uhlenköper ist betroffen, am Boden zerstört. Aber eine befreundete Sprachwissenschaftlerin mahnt gern, man solle die Sprache mal machen lassen. Sie entwickelt sich, das solle man ohne Wertung sehen. Wäre es denn gut, wenn man noch so spräche wie vor 300 Jahren? Oder schlecht? Eindeutig schlecht wurde dem Uhlenköper bei „Lass Bubble-Tea“, wie neulich in einer norddeutschen Großstadt zwischen zwei jungen Frauen gehört. Was das heißt? Es könnte heißen, man solle jetzt ein Erfrischungsgetränk mit Glibberkram drin trinken gehen. Oder etwas ganz anderes. Wer weiß das schon, denkt ein geschockter Uhlenköper.

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