Berufsbildende Schulen zeigten Möglichkeiten / Zahlreiche junge Migranten interessiert

„Wir brauchen viel Unterricht!“

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Aida Hilmer ist Ansprechpartner für die Flüchtlinge – und alle haben Spaß dabei.

Uelzen. „Frühling schnuppern“ hieß es am Sonnabend an der Wilhelm-Seedorf-Straße 5 und Scharnhorststraße 10: Die Berufsbildende Schule I und die Georgsanstalt (BBS II) hatten dazu eingeladen.

Die jungen Leute informierten sich über die Ausbildungsmöglichkeiten, die ihnen offen stehen.

An zig Infoständen, Aktionen und vor allem Gesprächen wurde der Frühling spürbar. Es gedeiht etwas, wächst an und zusammen – und das in großer Vielfalt. Dazu gehören zahlreiche Möglichkeiten schulischer Weiterbildung. Die Vielfalt zeigte sich auch an den Besuchern. Darunter viele junge Menschen mit Migrationshintergrund. „Flüchtlinge, Migranten sind ein großes Thema bei uns“, Lehrer Ansgar Büsse, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit an der BBS II. „An unseren Schulen gibt es da extra Klassen.“ Das Recht auf gute berufliche Ausbildung stünde jedem zu.

Beispiel einer akuten Maßnahme aufgrund steigender Flüchtlingszahlen ist etwa die „Sprint“-Klasse an der Georgsanstalt BBS II Uelzen. „Sprint“ steht für Sprache und Integration. Intensiver Sprachunterricht, Kennenlernen des regionalen Kulturlebens, Vermittlung von Alltagskompetenzen und eine Einführung in der Arbeitsleben durch zwei Betriebspraktikumstage wöchentlich gehören dazu.

Faisal Halemi, Hashmat Khaitnawa, Nilofar Azimi (alle drei aus Afghanistan) und Batoui Atki (Syrien) gehen in eine Klasse. „Berufseinstiegsschule“ prangt auf ihrem Namensbutton. „Wir sind 13 Schüler, zwischen 15 und 21 Jahre alt“, berichtet Nilofar, die später unbedingt einmal Jura studieren möchte. Hashmat ist gerade vier Monate hier und kann sich bereits ganz klar verständlich machen. Polizist will er werden. Faisal ist bereits zwei Jahre hier, er lobt die Schule. Und Batoui bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen viel Unterricht!“ Motiviert sind sie dabei, wollen lernen, dann eine Berufsausbildung machen.

Mit großem Interesse nahmen insbesondere die jungen Flüchtlinge wahr, wie sich die Fachbereiche und Berufe präsentierten, ob nun Fahrzeugtechnik, Forstwirtschaft oder Heilerziehungspflege. Wer wollte, konnte sogar Bewerbungsunterlagen abgeben.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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