„Wir brauchen einen Schub“

Uelzen - Von Marc Rath. „Wir müssen den Leuten mehr bieten und uns Gedanken machen, wie wir in der Innenstadt ein Einkaufserlebnis schaffen“ – am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss mochte und konnte Monika Eichmann nicht mehr ruhig bleiben.

Beim Tagesordnungspunkt „Städtebauliches Entwicklungskonzept Lebensmitteleinzelhandel für die Stadt Uelzen“ befand die vom Rat berufene sachkundige Einwohnerin, dass die derzeitige Diskussion um eine Belebung der Innenstadt zu wenig offensiv angegangen werde. „Ich traue Ihnen da mehr zu und weiß, dass sie da kreativ sind“, sagte sie in Richtung der städtischen Planer. „Wir brauchen einen zusätzlichen Schub.“ Eichmann löste damit eine fast 45-minütige Diskussion aus. Die drehte sich um die Reizthemen Leerstände, Marktcenter am Veerßer Tor und Fußgängerzone.

CDU-Ratsherr Dieter Schwutke beklagte, dass in der Bevölkerung meist nur die Politik angeprangert werde. „Die Grundstückseigentümer sind gefragt“, ärgerte er sich. Von denen glaubten offenbar manche, „dass ihr Eigentum plötzlich mit Gold aufgewogen werden müsse“, ärgerte er sich. Sein Parteifreund Heinz-Joachim Höfer bedauerte ebenfalls die engen Grenzen, die Politik und Verwaltung hier auferlegt seien: „Die Investoren bestimmen am Ende.“ Das neue Einkaufszentrum am Veerßer Tor, in dem es auch einen 2000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt geben soll, sieht er da als Chance. Ein Ausbluten der Innenstadt fürchtet Höfer nicht: „Wir haben uns das am Beispiel Stade angeschaut. Nach zwei Jahren gab es eine positive Entwicklung für die Innenstadt.“

„Wir diskutieren jetzt schon seit Jahren und kommen nicht voran“, bedauerte Willi Saatkamp (SPD). Erlebnis bestehe nicht nur aus Einkaufsmöglichkeiten, sondern bedeute Atmosphäre, warb er für eine größere Fußgängerzone. „Verweil- und Ruhezonen können wir auch als Politik gestalten. Hier in Uelzen scheinen aber alle gehbehindert zu sein“, lästerte er.

„Wir müssen etwas tun, aber wir können der Kundschaft nicht vor den Kopf stoßen“, warnte Christdemokrat Höfer und verwies auf Erhebungen, wonach Kunden aus dem Kreis das direkte Erreichen der Geschäfte schätzen: „Die fahren sonst durch nach Lüneburg.“

„Es wird viel über Erlebnis geredet, aber es bleibt meist unkonkret, wenn es darum geht, genau zu sagen, was das ist“, fasste Uwe Holst (SPD) die Diskussion für sich zusammen.

Monika Eichmann war am Ende zufrieden: „Ich wollte ein bisschen aufrütteln.“

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