Glätte und Sturm halten gestern Einsatzkräfte in Atem

Windböe drückt Bus gegen Baum

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Der bei Rosche verunglückte Bus hat nur noch Schrottwert und musste abgeschleppt werden.

Uelzen/Landkreis. Wäre gestern nicht die Schule wegen des Unwetters ausgefallen – der Linienbus, der gestern Morgen auf der Landesstraße 254 von einer starken Windböe erfasst und gegen einen Bau gedrückt wurde, wäre wohl voll besetzt mit Schulkindern gewesen.

Der Busfahrer erlitt bei dem Unfall, der sich kurz vor 9 Uhr zwischen Rosche und Jarlitz ereignete, einen Schock und musste ärztlich behandelt werden. Der zweite Tag des Sturmtiefs „Xaver“ hielt auch gestern noch die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehren im Kreis Uelzen auf Trab.

So ging am frühen Morgen auf der Bundesstraße 4 am Hoystorfer Berg bei Kirchweyhe gar nichts mehr: Etwa 20 Lkws waren dort gestrandet, weil sie an der vereisten Kuppe nicht voran kamen. Die Bundesstraße wurde daraufhin an dieser Stelle für den Lkw-Verkehr gesperrt.

Zu Behinderung kam es dann gestern Nachmittag abermals auf der Bundesstraße 4 im Verlauf des Uhlenrings zwischen der Abfahrt Groß Liedern und Molzen. Gegen 13.20 Uhr war dort eine 44-jährige Frau mit einem dreijährigen Kind im Auto aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr gefahren und dabei mit einem Lkw zusammengestoßen.

Der Lastwagen kippte bei dem Zusammenstoß um, wobei der Fahrzeugtank beschädigt wurde. Rund 100 Liter Dieselkraftstoff flossen auf die Straße und riefen die Freiwillige Feuerwehr auf den Plan. Das Kleinkind und die beiden Fahrer der Fahrzeuge blieben bei dem Unfall unverletzt.

An mehreren Stellen auf den Bundesstraßen im Landkreis rutschten im Laufe des Tages Fahrzeuge wegen der Glätte in Gräben. „Es gab aber keine schweren Unfälle“, resümierte Polizeisprecher Kai Richter.

Vor allem im nördlichen Landkreis kippten mehrere Bäume um – wie hier an der Lönsstraße in Bad Bevensen.

Massive Beeinträchtigungen gab es derweil am Vormittag im Bahnverkehr. Auf der Linie Uelzen-Hamburg musste gestern ein ICE auf freier Strecke mitten im Wald anhalten, weil das Unwetter die Oberleitungen beeinträchtigt hatte. Die Strecke wurde bis etwa 11 Uhr voll gesperrt, danach wurde der Zugbetrieb wieder eingleisig aufgenommen – allerdings mit erheblichen Verspätungen. Zwischenzeitlich fuhren Busse als Schienenersatzverkehr zwischen Uelzen und Lüneburg. Züge aus Hamburg fuhren nur bis Lüneburg. Der Bahnverkehr gen Süden blieb überwiegend störungsfrei, aber auch hier mussten die Bahnreisenden Verspätungen in Kauf nehmen.

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