SPD will Test abbrechen

Uelzen - Von Marc Rath. Kurswechsel bei der SPD-Ratsfraktion in Sachen Fußgängerzone Veerßer Straße. Fraktionsvorsitzender Ralf Munstermann kündigte gestern Abend unmittelbar vor der Ratsssitzung im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss an, dass seine Fraktion beantragen wird, „zum Tag Y“ den im Sommer beschlossenen einjährigen Testversuch auszusetzen.

Baudezernent Karsten Scheele-Krogull soll stattdessen kurzfristig alternative Modelle prüfen. Neben der von den Anliegern vorgeschlagenen Variante einer verkehrsberuhigten Zone soll auch die Möglichkeit einer Einbahnstraßen-Regelung Richtung Altes Rathaus mit einer Extraspur für den entgegenkommenden Radfahrverkehr untersucht werden. Das Thema könnte noch im Oktober von der Stadtpolitik entschieden und die Veränderungen im November wirksam werden, schlägt Munstermann vor.

„So kann es nicht weitergehen“, kommentierte der Sozialdemokrat die derzeitige Situation gegenüber der AZ und räumte ein: „Wir sehen ein, dass wir etwas zu blauäugig an die Sache herangegangen sind.“ Munstermann beklagte zugleich, dass die Anlieger aber auch nicht die Möglichkeiten der neuen Situation ausreichend getestet hätten. Die jetzt von dem Initiativkreis Veerßer Straße vorgeschlagene Variante einer verkehrsberuhigten Zone, in der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, bezeichnete er jedoch als „sehr weites Entgegenkommen“.

Der SPD-Fraktionschef gestand ein, „dass der große Wurf nicht gelungen ist“, kündigte aber „die Wiederaufnahme der Diskussion im Frühjahr/Sommer 2011“ an: „Wir wollen das Thema weiter behandeln.“

CDU-Fraktionschef Stefan Hüdepohl war positiv überrascht vom Vorstoß der Sozialdemokraten. Die Christdemokraten treffen übermorgen mit Vertretern der Anlieger zusammen. „Wir müssen jetzt in enger Absprache eine Lösung finden. Ohne die Beteiligten geht das nicht“, betonte Hüdepohl. Auch die bündnisgrüne Ratsfraktion begrüßt den Meinungsumschwung der SPD.

Im Stadtrat war die Fußgängerzone gestern Abend indes kein Thema. Bürgermeister Otto Lukat entschuldigte sich aber dafür, dass die Verwaltung die Oldtimer-Fahrt am Samstag über den Wochenmarkt genehmigt hatte. Eine solche Veranstaltung gehöre dort nicht hin, räumte er ein. Das Stadtoberhaupt brach aber auch eine Lanze für die Verantwortlichen der Aktion. Sie hätten „in bester Absicht gehandelt, um die Innenstadt zu beleben“.

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