Nach Einbruch: Georgier liefern sich halsbrecherische Verfolgungsjagd mit Polizei

Wildwest auf der B 4

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bo/nre Suderburg/Gifhorn. Wildwest auf der Bundesstraße 4: Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd über rund 40 Kilometer hat die Polizei in der Nacht zu Sonnabend drei Männer aus Georgien festgenommen.

Sie stehen unter dem dringenden Tatverdacht, einen Einbruch in eine Tankstelle im Gifhorner Ortsteil Gamsen verübt zu haben. Die Hatz endete unweit des Suderburger Kreisels, wo die Beamten das Trio in einem Waldstück festsetzen konnten.

Alarmiert wurden die Gifhorner Ordnungshüter gegen 1.20 Uhr. An der Tankstelle stellten sie fest: Die Scheibe der Eingangstür war eingeschlagen, die Tür anschließend aufgedrückt worden. Im Verkaufsraum fehlten Zigaretten.

Kurz danach meldete sich bei der Polizei ein aufmerksamer Zeuge, der im Gifhorner Stadtgebiet einen Pkw mit auswärtigem Kennzeichen bemerkt hatte. Das Auto fiel durch eine auffällige Fahrweise auf. Auf der B 4 entdeckten Polizisten dieses Fahrzeug dann auch tatsächlich – doch als sie den Wagen kontrollieren wollten, gab der Fahrer Gas und suchte das Weite.

Nach Angaben der Polizei flüchteten die Insassen des Fahrzeugs mit stellenweise mehr als 180 Stundenkilometern und zum Teil gefährlichen Überholmanövern auf der B 4 in Richtung Norden. Inzwischen wurden zur Verstärkung auch weitere Polizeikräfte alarmiert – aus Wittingen, Braunschweig, Celle, Uelzen und Lüneburg.

Die wilde Fahrt endete am Suderburger Kreisel. Dort fanden die Beamten den gesuchten Pkw verlassen vor. Die Polizei durchsuchte das umliegende Gebiet und hatte Erfolg: Zwei der Beschuldigten wurden in einem angrenzenden Waldstück entdeckt, ein dritter Mann wurde von einem Diensthund ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Kreisel aufgespürt.

Die Beute aus der Gamsener Tankstelle konnten die Beamten sicherstellen. Gegen die drei Georgier besteht der Tatvorwurf des Einbruchsdiebstahls, alle drei wurden im Verlauf des gestrigen Sonntags dem Haftrichter vorgeführt. Der Fahrer des Fluchtwagens wird sich zudem wegen einiger Verkehrsdelikte verantworten müssen: Nach Angaben der Polizei war er stark alkoholisiert, hatte keinen Führerschein und saß am Steuer eines Wagens, der weder versichert noch versteuert war.

Die Verfolgungsjagd war einer der traurigen Höhepunkte eines Wochenendes, an dem die Polizei verkehrstechnisch wieder viel zu tun hatte (siehe Seite 2). Im Landkreis Celle war dabei sogar ein Todesopfer zu beklagen: Ein in der britischen Garnison Bergen-Hohne stationierter Soldat kam am Freitagabend gegen 22.45 Uhr auf der B 3 bei der Ortschaft Hassel ums Leben. Der 30-Jährige saß als Beifahrer in seinem Audi Cabrio, am Steuer war ein 22-Jähriger, der ebenfalls in Bergen-Hohne stationiert ist. Dieser verlor unter Alkoholeinfluss bei zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über den Wagen.

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