Kurator Ullrich besichtigt mögliche Standorte für ein Hundertwasser-Museum

Wiener Kunst im Postamt?

Für ein dauerhaftes Museum ist die Fläche im Postamt zu klein. Aber sie würde sich als Übergangslösung eignen. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Das kaiserliche Postamt an der Bahnhofstraße in Uelzen wird womöglich Standort einer Hundertwasser-Ausstellung.

Der Saarbrücker Sammler Leonhard Ullrich hat gemeinsam mit Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH, mögliche Immobilien für ein künftiges Hundertwasser-Museum in Uelzen besichtigt. Dr. Anton Demling, der in dem Gebäude eine Kieferorthopädie-Praxis betreibt, bietet eine Fläche dafür an.

Die Räume im historischen Postgebäude eignen sich für eine Übergangslösung, stellt Ullrich klar. Für eine dauerhafte Ausstellung sei die Größe von etwa 350 Quadratmetern zu gering. „Gut präsentieren kann man die Ausstellung auf einer Fläche ab 700 oder 800 Quadratmetern“, erklärt Ullrich. „1000 Quadratmeter wären sehr schön.“ Zusätzlich werden Nebenräume benötigt, in denen separat kunstpädagogischer Unterricht abgehalten werden kann. „Wir haben auch die Möglichkeit, Filme zu zeigen“, kündigt er an. Dafür würde ebenfalls ein zusätzlicher Raum gebraucht werden. „Das wird sich wahrscheinlich nur mit einem Umbau oder Neubau realisieren lassen.“ Bis dieser fertiggestellt sei, könne ein Teil der Sammlung im Postamt gezeigt werden.

Auch die alte Druckerei an der Ringstraße, die ehemalige Kaufhalle an der Lüneburger Straße und das Paketgebäude am Bahnhof stehen für ein Museumsgebäude zur Diskussion. Am unbebauten Gelände der Deutschen Bahn an der Albrecht-Thaer-Straße zeigt Ullrich ebenfalls Interesse. Der Kurator dieser musealen Ausstellung legt bei seinen Plänen Wert auf eine Verbindung zum Hundertwasser-Bahnhof und zu einer passenden Gastronomie wie dem Restaurant „Lässig“, das Ende des Jahres im Uelzener Bahnhof eröffnet wird. Parallel prüft er auch in weiteren Städten wie Magdeburg mögliche Standorte für das Museum. Bislang sei noch alles offen, aber: „Ich tendiere stark zu Uelzen“, sagt er. In Magdeburg gebe es ähnliche Probleme mit den Räumlichkeiten, die „allerdings noch schwieriger zu lösen“ seien.

Nowak ist vor dem Hintergrund des Projektes „Kunstschiene“ an dem Hundertwasser-Museum in Uelzen interessiert. Er hält es für wichtig, dass die Sehenswürdigkeit eine Verbindung zur Innenstadt schafft, damit auch Uelzen touristisch davon profitiere, erklärt er. Die Stadt Uelzen hingegen habe Ullrich gegenüber noch kein Interesse an diesem dauerhaften Touristen-Magneten bekundet. „Die Stadt hat sich bis jetzt komplett bedeckt gehalten, das hat mich etwas gewundert“, sagt Ullrich. „Da bewegt sich Magdeburg schon erheblich stärker, würde ich sagen.“

Bei seinem Besuch in Uelzen sprach Ullrich unter anderem mit Georg Lipinsky vom Kulturkreis Uelzen, mit Vertretern des Vereins Bahnhof 2000 Uelzen und der Geschäftsführung des Restaurants „Lässig“. Er möchte offensichtlich mit den Plänen vorankommen. Wenn das Restaurant „Lässig“ Ende 2011 öffnet, „wäre es natürlich schön, wenn wir als nächste zusätzliche Attraktion unsere Ausstellung präsentieren können“. Ab Februar 2012 könnte er sich die Interims-Ausstellung in Uelzen vorstellen, die dauerhafte Lösung sollte innerhalb von einem bis anderthalb Jahren geschaffen werden.

Von Diane Baatani

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