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Im Notfall auch längere Arbeitszeiten

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Von: Lars Lohmann

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Ein Krankenwagen des DRK
Um die kritische Infrastruktur wie den Rettungsdienst aufrechtzuerhalten, kann die Wochenarbeitszeit im Extremfall auf bis zu 60 Stunden ausgedehnt werden. © dpa/Philipp Schulze

Strom- und Wasserversorgung, Krankenhäuser und Rettungsdienst: Mit dem Auftreten der Omikron-Variante wird befürchtet, dass die kritische Infrastruktur aufgrund hoher Krankenstände zusammenbricht. Doch wie wollen die Unternehmen in der Region Uelzen das verhindern und welche Pläne haben sie geschmiedet? Die AZ hat bei den Stadtwerken, SVO, dem Helios-Klinikum sowie beim DRK nachgefragt.

„Wir beobachten die Corona-Lage im Landkreis Uelzen und insbesondere die Ausbreitung der Omikron-Vari-ante in unserem Krisenstab sehr genau“, sagt Sonja Mengering, Pressesprecherin des Helios-Klinikums. Grundsätzlich unterscheiden sich die getroffenen strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen nicht von den schon bei den vorigen Virusvarianten angewandten. Konkret: regelmäßiges Testen, Abstandsregeln und das Tragen von FFP-Masken. „So können sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im direkten Patientenkontakt vor einer Ansteckung mit COVID-19 schützen und gleichzeitig gilt auch für alle Besucherinnen und Besucher die Pflicht zum Tragen einer FFP-2-Maske“, so Mengering. Außerdem mache man den Mitarbeitern wiederholt Impfangebote.

„Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Arbeit für den Rettungsdienst deutlich schwieriger geworden“, sagt DRK-Pressesprecherin Meike Karolat. Eine Maßnahme, die seit Anbeginn gilt, ist die Trennung von Krankentransport und Rettungsdienst, also von geplanten Fahrten, etwa zur Dialyse, und akuten Notfällen. „Die Regelungen haben wir aufgrund von Omikron nicht verschärft, da im Rettungsdienst immer die Hygienestandards laut Maßgabe vom RKI eingehalten werden“, erklärt Karolat. Besteht der Verdacht auf eine Corona-Erkrankung, tragen die Rettungssanitäter Vollschutz.

Sollte es trotz aller Maßnahmen dazu kommen, dass Rettungssanitäter in größerem Maß ausfallen, werden die Schichten zunächst von Mitarbeitern übernommen, die eigentlich eine Freischicht haben. Außerdem ist es laut Karolat auch möglich, dass Mitarbeiter aus dem Urlaub geholt werden. „Sollte sich die Lage noch weiter verschlimmern, kann auch die Wochenarbeitszeit erhöht werden“, erklärt sie. Dies ist nach einer Allgemeinverfügung des niedersächsischen Gesundheitsministeriums möglich. Maximal wären so 60 Stunden Arbeitszeit in einzelnen Woche möglich.

Darauf verweist auch der Pressesprecher der SVO, Thomas Hans. Damit sei im Notfall die Versorgung sichergestellt. „Wir sind gut aufgestellt und auf viele Szenarien vorbereitet. Auch Omikron ist in unseren Planungen berücksichtigt“, sagt Hans. Oberstes Ziel sei es, den Betrieb der Energienetze sowie die Wasser- und Energieversorgung aufrecht zu halten. Dazu trage auch die Impfquote von 95 Prozent bei.

Zusätzlich sind Mitarbeiter dort, wo es möglich ist, überwiegend im Homeoffice. Monteure starten zudem direkt von zu Hause aus mit ihrer Arbeit. „Für Kunden ist es wichtig, zu wissen, dass sie unseren Monteuren bei angekündigten Arbeiten, wie zum Beispiel einem Zählerwechsel, auch den Zutritt zu den Anlagen gewähren. Das ist in der Vergangenheit leider nicht immer der Fall gewesen“, berichtet Hans.

Bei den Uelzener Stadtwerken beurteilt ein Krisenstab täglich die Lage, teilt Sprecherin Franziska Albrecht mit. „Als Teil der kritischen Infrastruktur tragen wir eine große Verantwortung“, sagt sie. Daher habe man sich auch dazu entschieden, das Badue zu schließen, um die kritische Infrastruktur nicht zu gefährden. Die aktuelle Corona-Infektionslage mit einem Höchststand für Uelzen zeige, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei. So seien Mitarbeiter, Kunden und die Infrastruktur geschützt worden.

Bei den Stadtwerken gilt im gesamten Unternehmen eine FFP2-Maskenpflicht. Homeoffice wird überall, wo es möglich ist, angeboten, ansonsten wird auf Vereinzelung in den Büros gesetzt. Räume werden mehrmals am Tag desinfiziert. „Zudem handeln wir nach den organisatorischen Vorgaben unseres Notfallschutzhandbuches für kritische Infrastrukturen“, sagt Albrecht.

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