Windhose zerstört Forst in Gemarkung Melzingen: Waldarbeiter wollen Schädling zuvorkommen

Wettrennen mit dem Borkenkäfer

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Mit schwerem Gerät werden die umgestürzten Bäume abtransportiert.

Melzingen. Entwurzelte Bäume, abgeknickte Kronen – und das auf 3000 Kubikmetern. Wie Strohhalme hat eine Windhose vergangene Woche die Fichten in der Gemarkung Melzingen umgebogen – zurück bleibt ein Bild der Zerstörung. „Rund 80 Prozent des Bestands sind betroffen.

Die Windhose hat Kronen wie Korkenzieher herausgedreht“, berichtet Armin Menge vom Forstamt Uelzen. Zusammen mit Kollegen von den Waldmärkern versucht er nun den Schaden durch den Sturm so gering wie möglich zu halten. Denn nach dem Sturm kommt der Borkenkäfer. Vor allem in beschädigten Bäumen fühlt sich der Schädling wohl. „Beschädigtes Holz riecht für den anders. Darum ist er dann innerhalb kürzester Zeit da“, erklärt Menge. Haben die Käfer einen Baum erst einmal befallen, ist es meistens zu spät. Das Tier legt seine Eier in der Rinde der Bäume ab und der Befall führt sich in der nächsten Generation fort. Um dem Käfer jede Chance zu nehmen, rücken die Experten nun mit schwerem Gerät an. Immerhin soll das Holz der Fichten verkauft werden. Ist der Käfer erst einmal in dem Holz, werden die Preise gedrückt. Mit Holzerntemaschine transportieren sie die umgestürzten Stämme ab. Anders als es sonst üblich ist, wird das Holz nicht am Waldrand zwischengelagert. Menge: „Da müssten wir wieder fürchten, dass der Borkenkäfer die Stämme beschädigt. “.

Bis Ende kommender Woche sollen die Arbeiten beendet werden. Bis dahin heißt es für die Melzinger: Vorsicht im Wald. „Die Leute sollen bloß nicht in die Fläche hineinlaufen. Es besteht Unfallgefahr. Wenn die Bäume trocken sind, können sie schnell nachträglich abbrechen“, warnt der Forstamtmitarbeiter.

Einen ähnlich schweren lokalen Wetterschaden wie in Melzingen richtete eine Windhose vor zwei Jahren bei Brockhöfe an. Dort wurden 10 000 Kubikmeter Wald zerstört.

Von Wiebke Brütt

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