Erst noch Frühsommerwetter, dann bröckeln die Temperaturen

Wettermodelle sind uneins

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Sonnenschein pur – bis Mittwoch können wir mit steigenden Temperaturen rechnen. Zum Wochenende ist dann Gewitterstimmung zu erwarten.

Uelzen/Landkreis. Unter schwachem Hochdruckeinfluss hält das strahlende Frühsommerwetter vorerst an. Allerdings können schon am nächsten Wochenende erste Schauer und Gewitter den Mittelgebirgsraum und vielleicht auch das norddeutsche Flachland erreichen.

Dann weiten sich dichtere Wolken, Schauer und örtliche Gewitter bis in den Küstenbereich aus und durch das Einsickern von kühler Nordseeluft bröckeln die Höchstwerte leicht auf rund 20 Grad ab.

Bis zur Wochenmitte jedoch gehen die Temperaturen noch leicht nach oben. Etwa ab Wochenmitte sind sich die Wettermodelle uneins: Einerseits könnte sich das Schauer- und Gewitterrisiko verfestigen, andererseits höherer Luftdruck aus Norden uns steigende Temperaturen und den prallen Sonnenschein zurückbringen. Also ganz im Sinne der Wetterweisheit: „Auf nassen Mai folgt ein trockener (sonniger) Juni“, was sich mit einer 60-prozentigen Trefferquote nur für das Voralpenland bestätigen lässt. Wegen der langlebigen Hochdrucklagen über Nordeuropa stehen die Chancen diesmal aber auch für Norddeutschland nicht so schlecht.

Rückblick Frühjahr: Das mit dem Mai nun „überstandene“ meteorologische Frühjahr war eine echte Herausforderung. Ein Wetterextrem jagte das andere, aber leider nur im negativen Sinne. Auf den kältesten März seit 130 Jahren folgte die kälteste erste Aprildekade seit 1970 mit dem kältesten Osterfest seit mindesten 100 Jahren (bis minus 8,6 Grad am 1. April im Südkreis Uelzen). Daran schloss sich fast überall der mit Abstand nasseste Mai seit mindestens 160 Jahren an (Messbeginn Lüneburg 1853), das trübste Pfingstfest und das sonnenscheinärmste letzte Maidrittel jemals. Nur die zweite Aprilhälfte konnte mit sonnigem und gelegentlich auch schon frühsommerlich warmem Wetter um 25 Grad (15. April) überzeugen.

Durch den extrem kalten März und die nur durchschnittlich warmen Monate April und Mai endete das Frühjahr, gemessen am Klimamittel (1961-1990), in Nordostniedersachsen gut ein Grad zu kalt und war damit das kälteste seit 1987. Die Sonne zeigte sich geringfügig zaghafter als sonst, während die Niederschläge den Normalwert verbreitet um ein Viertel bis zu einem Drittel überstiegen.

In der Südheide sorgten die unwetterartigen Regenmassen der letzten Maidekade, von Nord nach Süd zunehmend, sogar für einen Überschuss von 40 bis 70 Prozent, was in dieser Höhe nur sehr selten vorkommt.

Im Kreis Uelzen ragten im Mai drei Starkregenereignisse von 24- beziehungsweise jeweils 42-stündiger Dauer heraus (alle Werte Uelzen/Veerßen): 22,1 Liter/qm (7. Mai); 29,2 Liter/qm (20./21. Mai); 48,9 Liter/qm (25./26. Mai). Bemerkenswert: Durch die sehr kühle Frühjahrswitterung konnte die Vegetation den Rückstand von zwei bis drei Wochen von Ende März bis heute nur zum Teil aufholen.

Die Frühjahrsbilanz von Uelzen: Durchschnittstemperatur 6,9˚C (Abw. -1,2˚C), Niederschlag 151 mm (120% v. Soll), Sonnenschein 463 Stunden (94% v. Soll).

Von Reinhard Zakrzewski

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