Plakette dokumentiert Schwerpunkt

Unterricht auf Plattdeutsch: Westerweyher Schüler lernen Regionalsprache

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Der Besucher sieht jetzt auf den ersten Blick: An der Westerweyhe Schule wird Plattdeutsch groß geschrieben und begabte Mädchen und Jungen werden besonders gefördert. Gestern enthüllten Schüler, Vertreter der Stadt, der Schulbehörde und Schulleiterin Maria Lembeck entsprechende Plaketten.

Uelzen-Westerweyhe – Die Worte gehen den Schülern leicht über die Lippen. Der kleine Chor aus Mädchen und Jungen der Westerweyher Grundschule singt gestern das Volkslied vom „Jung mit‘n Tüddelband“ in plattdeutscher Sprache.

Das Plattdeutsche ist Teil des Unterrichts in Westerweyhe, die Regionalsprache wird gesprochen und geschrieben.

So zählt die Bildungseinrichtung zu den gut 30 sogenannten „Plattdüütsche Schoolen“ in Niedersachsen – nach außen präsentiert sich die Schule nun auch als eine solche. Eine Plakette am Eingang, die gestern enthüllt wird, zeigt Besuchern: An diesem Ort wird Plattdeutsch groß geschrieben.

Schulleiterin Maria Lembeck sagt, dass bedauerlicherweise die Regionalsprache lange vernachlässigt worden sei. Das habe sich nun geändert. „Mit dem Plattdeutschen erinnern wir uns an unsere Wurzeln.“ Das Sprechen und Schreiben sei zudem ein Beitrag zur Mehrsprachigkeit von Kindern, die sich positiv auf das Lernen auswirke.

Die Westerweyher Bildungseinrichtung mit ihren etwa 140 Schülern und 20 Lehrern bietet eine Plattdeutsch-AG am Vormittag an. Zudem werden im Rahmen des Ganztagsbetriebs plattdeutsche Angebote am Nachmittag unterbreitet. Wann immer es passt, wird auch in den regulären Schulstunden in Plattdeutsch unterrichtet.

Seit gestern dokumentiert die Schule nicht nur nach außen den Schwerpunkt Plattdeutsch, sondern auch, dass an der Bildungseinrichtung begabte Schüler besonders gefördert werden. Gleich neben der Plakette zur „Plattdeutschen Schule“ ist zu lesen, dass man dem Kooperationsverbund zur Förderung besonderer Begabungen angehört. Heißt in Praxis: Die Westerweyher Schule arbeitet mit dem Lessing-Gymnasium zusammen, das eine AG für Begabte anbietet. Viertklässler aus Westerweyhe können an dieser teilnehmen. „Zudem gibt es an der Grundschule bereits ab der ersten Klasse Englisch“, schildert Maria Lembeck. An niedersächsischen Schulen wird in der Regel erst ab Jahrgangsstufe drei ein solches Angebot gemacht. Westerweyher Schüler „übersetzen“ gestern dann auch bei einer kleinen Feierstunde anlässlich der Plaketten-Enthüllung englische Worte ins Plattdeutsche – und umgekehrt. Angetan ist Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther von all dem, was er gestern hört und sieht. Er sagt: „Ich bin stolz auf diese Schule, auf diese Schüler und diese tollen Lehrer.“

VON NORMAN REUTER

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