Eine „plattdüütsche School“

Westerweyher Grundschule bekommt Titel vom Kultusminister verliehen

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Auszeichnung für die Westerweyher Schule (von links): Lehrerin Anastasija Gajbach mit den Schülerinnen Luisa Warnecke und Samantha Oetzmann, Schulleiterin Maria Lembeck sowie Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Uelzen-Westerweyhe/Hannover. Die Grundschule im Uelzener Ortsteil Westerweyhe darf nun den Titel „Plattdeutsche Schule“ tragen. Der Titel wurde ihr zusammen mit acht weiteren Bildungseinrichtungen von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne verliehen.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Damit sind wir die erste Plattdeutsche Schule im Landkreis Uelzen“, so Westerweyhes Schulleiterin Maria Lembeck.

Die Grundschule in Westerweyhe zählt rund 140 Schüler und etwa 20 Lehrkräfte. Plattdeutsch spielt im Unterricht eine wichtige Rolle. Für Schüler der dritten und vierten Klasse gibt es einmal wöchentlich eine Plattdeutsch AG am Vormittag, zudem werden auch im Rahmen des Ganztagsbetriebs plattdeutsche Angebote am Nachmittag unterbreitet. „Wir binden das Plattdeutsche eigentlich immer in den Unterricht ein, wenn es passt“, berichtet Lembeck. So werde im Fach Mathematik auch mal in Plattdeutsch gezählt.

Im vergangenen Sommer war die Schule Ausrichtungsort des siebten Plattdüütschen Schooltheaterfestivals, an dem Schüler von sieben Schulen mit Gesang und Theaterspielen in plattdeutscher Sprache teilnahmen. Die Westerweyher Schüler waren mit Freude dabei. Um den Titel „Plattdeutsche Schule“ hat sich die Schule beworben, sie musste dafür Unterlagen einreichen.

Zur Auszeichnung in Hannover war eine Delegation aus Westerweyhe angereist, Schüler und Lehrkräfte erhielten aus den Händen des Kultusministers eine Plakette für das Schulgebäude sowie eine Urkunde.

Kultusminister Tonne sagte: „Die Regionalsprachen und Dialekte erleben eine Renaissance in Niedersachsen und über unsere Landesgrenzen hinaus. Darüber freue ich mich sehr, denn die Regionalsprachen und Dialekte sind gleichermaßen Ausdruck von Vielfalt wie auch von Traditionsbewusstsein. Mehrsprachigkeit wirkt sich positiv auf das Lernen aus. Und Mehrsprachigkeit bezieht sich nicht nur auf die Fremdsprachen, sondern auch auf die kleinen Sprachen wie Niederdeutsch und Saterfriesisch. Schulen, die den Erwerb dieser Sprachen ermöglichen, fördern zum einen ihre Schüler, zum anderen tragen sie mit dazu bei, diese Sprachen zu erhalten und als Schatz des Landes Niedersachsen zu bewahren.“

Insgesamt gibt es nun 33 „Plattdeutsche Schulen“ in Niedersachsen.

Von Norman Reuter

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