Die Werklehrer sind schon glücklich

Frei gelegtes Balken-Gerippe: Die Decke der Aula wurde abgenommen, neue Leitungen werden verlegt, eine Lüftungsanlage installiert.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Zementsäcke stapeln sich neben dem Regal mit Klassenbüchern, Berge von Trockenbauplatten türmen sich in den Gängen, von Decken und Wänden baumelt kilometerlanger Kabelsalat. Im Innern der Fritz-Reuter-Schule an der Klein Bünstorfer Straße in Bad Bevensen bleibt zurzeit kein Stein auf dem anderen. Für rund 4,2 Millionen Euro wird das Gebäude der Kooperativen Gesamtschule (KGS) rundum saniert – 90 Prozent der Mittel fließen aus Fördertöpfen des Konjunkturpakets II.

Zwei gigantische Fluchttreppen zieren jetzt die Fassade, neue Alufenster geben nicht nur den Räumen selbst, sondern auch der Außenansicht ein freundlicheres Gesicht. Umfangreiche Brandschutzmaßnahmen wie Schotts und Türen, neue Linoleumfußböden, neue Wände, Decken, Lüftungsanlagen und eine neue Elektrik halten Einzug in das Gebäude. Besonders anspruchsvoll ist die Schadstoffsanierung, denn in der KGS sind noch alte, asbest-haltige Dämmstoffe vorhanden, die auf speziellem Weg ausgebaut und entsorgt werden müssen. Diese so genannten Schwarzbereiche sind für niemanden zugänglich – allein die Arbeiter haben in Schutzkleidung Zutritt zu ihnen.

Hinter einem solchen Schwarzbereich ist auch seit Wochen das Mobiliar von Schulleiterin Christel Auer verschollen. Im Lehrerzimmer nämlich türmen sich Tische, Schränke, Regale und Stühle, damit in den Räumen Platz für die Sanierung ist. „Ich habe bis vor kurzem auf dem Fußboden an meinem PC gesessen, der auf der Heizung stand“, schmunzelt Auer und schickt augenzwinkernd versöhnlich hinterher: „Aber das ist es alles wert.“

Was nicht mehr ins Lehrerzimmer passte, wurde vorerst in Containern untergebracht, und so haben die Gewerke in jener Schule, die ab dem kommenden Schuljahr mehr als 1900 Schüler beherbergen wird, freie Bahn. Es wird gespachtelt, Mörtel gerührt, Strippen gezogen und gestrichen. Die ersten Zimmer sind schon fertig: Aus bisher drei finsteren wurden zwei großzügige, helle und moderne Werkräume. „Die Kollegen, die hier unterrichten“, weiß Christel Auer, „laufen nur noch glücklich mit einem breiten Grinsen durch die Gegend.“ Denn nicht nur die Schüler werden das modernisierte Umfeld zu schätzen wissen, auch die Lehrkräfte sind froh über die Frischzellenkur und ziehen mit.

„Angefangen mit den hausinternen Planungen haben wir Ende Mai 2009“, erinnert die Schulleiterin. Die Bauarbeiten begannen dann zu den Herbstferien. Fertige Wände und Türen leuchten in sonnigem Gelb und warmem Vanilleton, der neue Linoleumboden ist creme-grau-rot marmoriert. „Pflegeleicht eben“, wie Christel Auer praktisch denkend kommentiert. Die neue Beleuchtung im Gebäude wird überwiegend per Sensoren ein- und ausgeschaltet, und jeder Raum hat jetzt mindestens zwei Türen, wie die Rektorin betont. Genauso wie es die neuesten Anforderungen an den Brandschutz verlangen.

Geht man durch das Gebäude, fällt es schwer zu glauben, dass in 14 Tagen der Schulbetrieb wieder beginnen soll. „Aber wir schaffen das“, ist Krischan Duczek, Mitarbeiter des Amtes für Liegenschaften und Gebäudewirtschaft beim Landkreis Uelzen und zuständiger Bauleiter des KGS-Projektes, zuversichtlich. Nur im obersten Stockwerk werden noch in den kommenden Herbstferien Rest-arbeiten der Schadstoffsanierung erfolgen müssen. Die as-besthaltigen Werkstoffe werden schon jetzt entfernt, im Herbst kann aber erst der neue Fußboden gelegt werden.

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