1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Werden Taxifahrten im Kreis Uelzen teurer?

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Ist ein Wagen besetzt, läuft das Taxameter. Für Taxifahrten im Landkreis Uelzen sollen nach dem Willen des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen künftig 2,30 pro Kilometer zu zahlen sein.
Ist ein Wagen besetzt, läuft das Taxameter. Für Taxifahrten im Landkreis Uelzen sollen nach dem Willen des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen künftig 2,30 pro Kilometer zu zahlen sein. © DPA

Die Mitglieder des Uelzener Kreistages entscheiden heute darüber, ob Taxifahrten im Landkreis teurer werden. Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) hat beantragt, dass künftig für jeden gefahrenen Kilometer 2,30 Euro gezahlt werden sollen. Der bisherige Satz liegt bei 2 Euro. 

Uelzen/Landkreis – Gestiegene Spritpreise, ein höherer Mindestlohn sowie nötige Reparaturen an den Wagen, die durch die Inflation teurer ausfallen: So begründet der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) einen Antrag, wonach künftig Bewohner des Landkreises Uelzen mehr für eine Taxifahrt zu bezahlen haben.

Demnach sollen pro gefahrenem Kilometer künftig 2,30 Euro anfallen. Bisher liegt der Kilometer-Satz bei 2 Euro. Die Mitglieder des Uelzener Kreistages haben darüber letztendlich zu entscheiden. Sie tagen heute zum Antrag.

Den Unterlagen zur politischen Beratung ist zu entnehmen, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) bereits erklärt hat, dass sie den höheren Kilometer-Satz befürworte. Die IHK verweist auf die massiv gestiegenen Kosten für Taxi-Unternehmen.

Beispiel: die Ausgaben für Kraftstoffe. Im Jahr 2019 lag der Dieselpreis noch bei 1,26 Euro, aktuell bei circa 1,60 Euro. „Das ist schon ein großer Brocken“, so Christian Brüggmann, Geschäftsführer der Fachvereinigung „Taxi und Mietwagen“ im Gesamtverband, gegenüber der AZ. Auch wenn Taxibetriebe darauf achten würden, wann die Preise niedrig seien, nicht immer gelinge es, das auszunutzen. „Getankt werden muss, wenn der Tank leer ist“, so Brüggmann. Und der Verband rechne nicht damit, dass zeitnah wieder ein anderes Preisniveau erreicht wird, also gelte es zu reagieren.

Taxibetriebe sind auf Fahrer angewiesen. „Etwa 60 bis 65 Prozent der anfallenden Kosten für Unternehmen“, sagt Brüggmann, „entfallen aufs Personal.“ Zum 1. Juli dieses Jahres steigt der gesetzliche Mindestlohn von 9,19 Euro auf 10,45 Euro. Das treffe die Unternehmen. Und dass nicht nur durch Fahrer, die den Mindestlohn erhalten, so Brüggmann. Wer bisher mehr erhielt, könnte um einen Aufschlag bitten, um am Ende nicht auf dem Niveau des Mindestlohns zu liegen.

Nicht zuletzt haben Betriebe neue Fahrzeuge anzuschaffen oder Wagen auch reparieren zu lassen. Durch eine deutlich gestiegene Inflationsrate schlagen der Kauf von Taxis oder Arbeiten daran stärker zu Buche.

Die Fahrpreise für Taxis im Landkreis haben sich zuletzt 2019 verändert. Damals war der Satz für die sogenannte Wartezeit, also wenn Wagen wegen Staus oder Hindernisse zum Stehen kommen oder sehr langsam fahren, angehoben worden. Anlass war der seinerzeits angepasste Mindestlohn.

Sollte sich die Kreispolitik heute für den höheren Kilometer-Satz aussprechen, wird dieser zum 1. Mai dieses Jahres greifen. Die Taxameter sind vorab noch umzustellen.

Auch interessant

Kommentare