Uelzener Logopäden informieren am Mittwoch über ihre Arbeit

Wenn die Stimme versagt

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Am Donnerstag ist Europäischer Tag der Logopädie. Die Mitglieder des Arbeitskreises der Logopäden in Uelzen informieren darüber schon am Mittwoch, 5. März, auf dem Wochenmarkt.

aja Uelzen. Für die meisten Menschen ist das Sprechen selbstverständlich. Kinder erlernen ihre Muttersprache fast unbemerkt, kaum haben sie das erste Wort gesprochen, kommen täglich neue hinzu.

Doch nicht für jeden ist das Gespräch selbstverständlich, wissen Sprachtherapeuten und Logopäden. Sie diagnostizieren und behandeln Sprachentwicklungsstörungen im Kindesalter, aber zunehmend häufiger therapieren sie Erwachsene, die nach einer akuten oder chronischen Krankheit unter erworbenen Schluck-, Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen leiden.

Am Donnerstag, 6. März, werden Logopäden in vielen Ländern anlässlich des Europäischen Tages der Logopädie über das Thema Sprachentwicklung informieren. In Deutschland steht der Tag in diesem Jahr unter dem Motto „Mehrsprachigkeit“. Bereits am Mittwoch, 5. März, wird der Arbeitskreis freiberuflicher Logopäden in Uelzen auf dem Wochenmarkt Fragen rund um dieses Thema beantworten. Interessierte Besucher sind willkommen. „Logopädie ist kein Luxusgut“, betont Florian Schröder vom Uelzener Arbeitskreis, „sondern es geht um eine Schlüsselkompetenz, die das ganze Leben eines Menschen bestimmt.“

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen unter Sprech- oder Sprachstörungen leiden. Das wissen die Fachleute für „Kommunikation durch Störungen der Stimme, beim Schlucken, Sprechen und Sprache“, fasst Logopäde Hartwig Steep das Fachgebiet zusammen. Dabei nimmt die Behandlung von Kindern mit verspäteter Sprachentwicklung oder Sprach- und Sprechstörungen nur einen Teil des Aufgabenfeldes ein.

Von großer Bedeutung in der therapeutischen Praxis sind die durch akute oder chronische Erkrankungen erworbenen Störungen bei Erwachsenen und Senioren. Wenn nach einem Schlaganfall die Zunge erlahmt, bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson die Muskulatur oder die Nervenreizleitung gestört ist, muss die Behandlung möglichst frühzeitig einsetzen, um den fortschreitenden Verlust der Sprechkompetenz zu verhindern.

Logopäden sind darin ausgebildet festzustellen, ob eine Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörung vorliegt und wie sie zu behandeln ist. Sie diagnostizieren und therapieren auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung und beraten Patienten und Angehörige. „Wer seine Sprachfähigkeit nicht voll entwickeln kann oder verliert, ist gefährdet, ausgeschlossen zu werden“, weiß Sprachtherapeutin Maike Sprengel-Krause.

In ihrer Sprachentwicklung gestörte Kinder haben nachweislich Probleme in der Schule, die sich auch nachteilig bis zu ihrer Berufslaufbahn auswirken können. Bemerken Kinderärzte Auffälligkeiten beim Spracherwerb, geben sie den Logopäden über eine Kurzverordnung die Möglichkeit, eine sichere Diagnose zu erstellen.

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