Landkreis Uelzen richtet Sammelstelle ein, in der verdächtige Tiere untersucht werden

Wenn die Schweinepest ausbricht

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In der zentralen Wildsammelstelle können Kreistierarzt Dr. Jörg Pfeiffer und seine Kollegen bald Proben von Tieren entnehmen, die in Verdacht stehen, mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert zu sein. 

Uelzen/Landkreis – Weiße Kacheln, die bis unter die Decke reichen, ein stählernes Waschbecken und ein Gerät, in dem das Sezierbesteck sterilisiert wird – im Moment ist es noch ein relativ karger Raum, der an das Veterinäramt des Landkreises Uelzen an der Nothmannstraße angrenzt.

Doch wenn die Wildsammelstelle in wenigen Monaten fertig eingerichtet ist, können dort Proben von Schweinen entnommen werden, um zu prüfen, ob sie mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind. Denn – da sind sich Experten sicher – die Frage ist nicht, ob die für Schweine tödliche Seuche in Deutschland ausbricht, sondern wann.

Mit verschiedenen Maßnahmen wie einem Zaun um das Wildgatter oder Beprobungs-Sets für Fallwild, das an Jäger verteilt wird, rüstet sich Uelzen für den Ausbruch der Seuche, die für Menschen ungefährlich, für Schweine aber tödlich ist. 60.000 Euro lässt sich der Landkreis die Wildsammelstelle kosten. Kreistierarzt und Leiter des Veterinäramtes Dr. Jörg Pfeiffer deutet auf eine Stelle mitten im Raum: „Hier kommt ein Sektionstisch hin, auf dem Proben von den Tieren entnommen werden.“ Die kommen anschließend in einen Kühlschrank, bevor sie ins Veterinärinstitut nach Hannover geschickt werden.

Ist ein Tier infiziert, muss jedes Schwein, das im Umkreis von mehreren Kilometern erlegt wird, auf die Pest untersucht werden. „Dann werden wir wahrscheinlich in zwei Schichten arbeiten“, erklärt Dr. Jörg Pfeiffer, „denn es werden auch nachts Tiere geschossen.“ In einer Ecke des Raumes wird es Spinde geben, in der sich die Schutzkleidung für die Tierärzte befindet.

Wurde dem verdächtigen Schwein die Probe entnommen, kommt es in einen Container. Mit einem Hochdruckreiniger kann der Sektionsbereich anschließend gesäubert werden. „Strom und Druckluft bekommen wir aus einem Kompressor“, berichtet der Kreistierarzt.

Wenn die Wildsammelstelle komplett eingerichtet ist, gibt es eine Übung – damit alles funktioniert, wenn die Seuche ausbricht.

VON SANDRA HACKENBERG

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