Gutachten für 60.000 Euro / Kreispolitik diskutiert über Sinn und gerechte Finanzierung

„Wenn wir nichts machen, ist die Heideregion tot“

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Bei der Präsentation des Landkreises Uelzen als attraktives Urlaubsziel, wie hier bei der Landesgartenschau in Bad Iburg, stößt die Heideregion Uelzen an ihre Grenzen.

Uelzen/Landkreis – Wie kann die ins Straucheln geratene Heideregion Uelzen gerettet werden? Das soll nun eine 60 000 Euro teure Machbarkeitsstudie klären.

36 000 Euro der Kosten sollen durch Leader-Mittel finanziert werden, den Rest teilen sich der Landkreis Uelzen und die verbliebenen vier Mitgliedsgemeinden in gleichen Teilen. Der Wirtschaftsförderungsausschuss empfahl am Mittwoch, den entsprechenden Zuschuss vom Landkreis bei einer Gegenstimme mehrheitlich.

Marlis Kämpfer von der Wirtschaftsförderung erklärte, dass externe Begleitung dringend erforderlich ist, um die Heideregion effizienter zu gestalten: „Wenn wir nichts machen, ist die Heideregion in drei Jahren tot.“

Dennoch gab es Diskussionsbedarf. So stellte Rainer Fabel (FDP) infrage, was bei zwei Mitarbeitern, die künftig eh schon auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten, überhaupt machbar ist: „Wir kommen immer wieder an die Grenzen der Arbeitskräfte. Es ist fragwürdig, was dabei raus kommen soll.“

Jürgen Hinrichs (SPD) fragt, warum der Landkreis mit Blick auf die ausgetretenen Mitglieder – die Samtgemeinde Rosche und die Gemeinde Bienenbüttel – nicht die komplette Kofinanzierung übernimmt: „Das ist eine Ungleichbehandlung, wenn zwei Kommunen ausgestiegen sind.“ Ähnlich äußerte sich Wilhelm Schröder aus Bohlsen (CDU-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat Suderburg) in der Einwohnerfragestunde: „Das ist Aufgabe des Landkreises.“ Marlis Kämpfer erklärt, dass das Ziel der Heideregion ist, dass die Gemeinden selbst aktiv werden und dabei vom Landkreis unterstützt werden.

Hans-Heinrich Weichsel (CDU) glaubt, dass sich eine gewisse Ungerechtigkeit derzeit nicht vermeiden lässt, hält die Studie aber für sinnvoll: „Wir stehen jetzt am Scheidepunkt mit der Möglichkeit zur Verbesserung. Aber man muss wissen, was man verbessern will.“ Dass die Hälfte der Kofinanzierung gemeinsam von den Mitgliedsgemeinden geleistet wird, sei gut und richtig.

Am Ende will niemand im Ausschuss einen Antrag dafür stellen, dass der Landkreis Uelzen die komplette Kofinanzierung übernimmt. Und auch, wenn Rosche und Bienenbüttel derzeit nicht dabei sind: „Wenn sie wieder dazustoßen wollen, muss die Tür immer offen stehen. Die Heideregion ist am schlagkräftigsten, wenn alle dabei sind“, sagt Jan Henner Putzier. Der Sozialdemokrat hält es für wichtig, dass der Landkreis Uelzen in der Studie als Ganzes betrachtet wird und die ausgetretenen Mitglieder berücksichtigt werden. Tatsächlich könnte die Heideregion schneller als erwartet wieder Zuwachs bekommen: Der Rat der Samtgemeinde Rosche tagte gestern Abend nach Redaktionsschluss. Dabei wurde auch über einen möglichen Wiederbeitritt diskutiert.

„Ich hoffe, die Studie bringt dann auch ein Ergebnis“, fasst der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Sackmann (CDU) zusammen.

VON SANDRA HACKENBERG

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