Ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima: Uelzener berichten aus Japan

Wenn nachts die Erde bebt

Lennart Müller aus dem Wendland (mit rotem Stirnband) bei einer Anti-Atomkraft-Demo im Januar in Yokohama. Foto: Privat

dpa/tm Uelzen. Mit einer Gedenkzeremonie und vereinzelten Demonstrationen gegen die Atomenergie begehen die Japaner an diesem Sonntag den ersten Jahrestag der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe vom 11. März 2011. Um 14.

46 Uhr Ortszeit legen vor allem die Menschen in den vom Tsunami verwüsteten Küstengebieten im Nordosten des Inselreiches eine Schweigeminute für die mehr als 15 800 Todesopfer ein; mehr als 3000 Menschen werden auch ein Jahr danach noch immer vermisst. Es ist die größte Katastrophe in Japan seit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg.

Janine Höfer aus Uelzen lebt mit ihrer Familie etwa 300 Kilometer von Fukushima entfernt. Während sie der AZ vom heutigen Alltag in Japan berichtet, erlebt sie ein Erdbeben der Stärke 3. „Es gibt nichts Schlimmeres, als nachts von einem Beben geweckt zu werden“, schildert Janine Höfer.

Bereits im Januar war der 30-jährige Lennart Müller in Japan, um die dortige Anti-Atom-Bewegung zu unterstützen. „Es gibt dort sehr viele junge Menschen, die Angst um ihre Zukunft haben. Das größte Problem ist es aber, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu bringen“, berichtet er der AZ. Menschen reagierten gar nicht oder gingen peinlich berührt an Demonstranten vorbei – denn so ein Protest schicke sich nicht in Japan. Seiten 4/5/28

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