Wenn der Kopf...

. . . nicht angewachsen wäre, würdest du ihn verlieren, hat Uhlenköpers Mama früher immer gesagt. Der Satz hat sich eingebrannt. Und über die Jahre hat er sich angewöhnt, weder den Kopf noch andere Dinge zu verlieren. Meist hat er alles dabei, was er braucht.

In ausgebeulten Taschen oder auf einem großen, wirren Haufen auf seinem Tisch. Die Kollegin ist da anders. Ihr Kopf macht den Eindruck, fest mit dem Rest des Körpers verwachsen zu sein. Und auch wenn ihr Tisch immer aufgeräumt aussieht, muss Uhlenköper bemängeln: Vieles von dem, was sie bei sich trägt, trägt sie nicht lange bei sich, weil es irgendwann irgendwo liegen geblieben ist. Ihr Handy, ihre Handschuhe, die Ohrringe. Zweimal schon hat Uhlenköper etwas von ihr gefunden, kürzlich einen vermissen Ohrring. Das Glück daran: Man erkennt ihre Dinge, weil sie alle gut zu ihrer Besitzerin passen. Bei Uhlenköper wäre das nicht leicht, fällt ihm da ein, er müsste seinen Besitz mit kleinen Namensschildchen versehen. Solche hat er in dem Haufen auf seinem Tisch. Mitte links, glaubt er. Er geht gleich mal suchen. Bis sie gefunden sind, kann es sich nur um Stunden handeln, glaubt Uhlenköper.

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