Zahl der Alkoholnotfälle bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Kreis Uelzen gesunken

Wenn 14-Jährige Schnaps trinken

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Vor allem unerfahrene Konsumenten von Alkohol müssen als Notfälle im Klinikum behandelt werden. In der Statistik tauchen sie allerdings nur auf, wenn der Alkoholmissbrauch zur Hauptdiagnose geführt hat.

Uelzen. Unerfahrenheit und Gruppendruck steckten oft dahinter, „wenn ein 14-Jähriger Schnaps trinkt wie Brause“, erläutert Anja Schmidt-Huth von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen in Uelzen.

Dennoch: Die Zahlen der Alkoholnotfälle bei jungen Menschen sind rückläufig. 21 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zwölf und 23 Jahren sind bis zum Ende des dritten Quartals 2014 als eben solche Notfälle im Uelzener Klinikum gelandet. Das berichtet Schmidt-Huths Kollege Raphael Schweimer-Schmidt. 2012 seien es allein fast 50 betroffene Jugendliche unter 17 Jahren gewesen.

Raphael Schweimer-Schmidt bietet im Rahmen des HaLt-Projekts Präventionsworkshops für Schüler an.

Mit diesem Rückgang liegt der Kreis Uelzen im landesweiten Trend: Um 17,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich in Niedersachsen die Zahl der sogenannten „Komasäufer“ 2013 nach Angaben der DAK-Gesundheit, die sich auf unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamtes beruft. Schweimer-Schmidt spricht von einem „gewaltigen Rückgang“ des übermäßigen Alkoholkonsums junger Menschen im Kreis Uelzen. Den beobachtet auch Schmidt-Huth: Die Zahl der Jugendlichen, die die Fachstelle mit Beratungsbedarf aufsuchten, sei von Jahr zu Jahr gesunken. Im letzten Jahr seien es vier bis fünf 14- bis 16-Jährige gewesen, die sich bei ihr oder ihren Kollegen gemeldet hätten, 2010 dagegen noch über 50, schätzt Schmidt-Huth. „Die können noch nicht mit Alkohol umgehen“, erläutert sie die Problematik. [...]

Von Sophie Borm

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