Bodycams gehören inzwischen zum Alltag

Weniger verbale Attacken: Kameras helfen beim Uelzener Polizeidienst

Sind inzwischen fester Bestandteil des Polizei-Streifendienstes: Bodycams kommen auch in Uelzen zum Einsatz. Verbale und körperliche Angriffe auf Polizisten sind seltener geworden.
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Sind inzwischen fester Bestandteil des Polizei-Streifendienstes: Bodycams kommen auch in Uelzen zum Einsatz. Verbale und körperliche Angriffe auf Polizisten sind seltener geworden.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Uelzener Polizisten sind seltener verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt, seitdem sie Bodycams tragen. Mit den Kameras können brenzlige Situationen in Bild und Ton festgehalten werden.

Uelzen – Polizisten tragen sie an der Uniform: Der Einsatz von sogenannten Bodycams, mit denen brenzlige Situationen in Bild und Ton festgehalten werden können, trägt in Stadt und Landkreis Uelzen dazu bei, dass Einsatzkräfte seltener verbal oder körperlich attackiert werden. „Wir hatten uns diesen Effekt erhofft und er ist eingetreten“, zieht Ralf Munstermann, komissarischer Leiter des hiesigen Kommissariats, auf AZ-Anfrage eine Bilanz zur Einführung der Bodycams. Seit 2020 ist das Uelzener Kommissariat mit solchen Geräten ausgestattet.

Komme es zu brenzligen Situationen, informiere der Streifenpolizist darüber, dass die Bodycam eingeschaltet werde, wirke das „sofort“, schildert Munstermann. Menschen in absoluten Ausnahmezuständen, mit starken Psychosen, ließen sich davon zwar nicht beeindrucken, aber mit den Kameras könne dann der Ablauf sicher festgehalten werden.

Das gelte beispielsweise auch für den Fall einer Verfolgungsjagd. „Eine Aufnahme sagt mehr als niedergeschriebene Worte“, so Munstermann.

Die Dateien mit den Aufnahmen werden, so schildertMunstermann das Prozedere, auf CDs gebrannt und den Unterlagen, die zum Einsatz angefertigt werden, angefügt. Das Paket wird dann der Staatsanwaltschaft zugeschickt.

Der rechtliche Rahmen für den Einsatz von Bodycams war 2019 mit dem Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsgesetz geschaffen worden – zu Zeiten, in denen ein Polizist längst nicht mehr als Respektsperson galt. Wüste Beschimpfungen bis hin zu Bedrohungen und körperlichen Angriffen haben auch schon Uelzener Polizisten über sich ergehen lassen müssen. Ralf Munstermann, der auf mehr als 40 Berufsjahre schaut, spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung. „Es ist viel unberechenbarer geworden“, sagt er.

Ein Polizist müsse jetzt immer auch damit rechnn, dass sein Gegenüber bewaffnet sei. Messer seien verbreitet. „Wir müssen uns heute besser schützen“, sagt er. Insofern sei die Bodycam und die Wirkung, die sie im Einsatz habe, zu begrüßen. Der Umgang mit den Geräten sei inzwischen routiniert – „das ist selbstverständlich“. Die rechtlichen Vorgaben seien bekannt, gefilmt werden darf nicht in Privatwohnungen, aber auf der Straße und im öffentlichen Räumen.

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