1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Weniger Trauungen im Landkreis Uelzen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben sein. Wie passen dazu Vorgaben zum Tragen von Masken und Impfnachweise? In der Region sagen in der Pandemie weniger Menschen „Ja“ zueinander.
Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben sein. Wie passen dazu Vorgaben zum Tragen von Masken und Impfnachweise? In der Region sagen in der Pandemie weniger Menschen „Ja“ zueinander. © Andreas Lander

Mit Maske ins Trauzimmer? So stellen sich Paare nicht ihre Hochzeit vor. Im Landkreis Uelzen werden in der Pandemie weniger Eheschließungen vollzogen. 2021 waren es sogar noch weniger als im ersten Pandemiejahr.


Uelzen – Auflagen zum Tragen von Masken, Impf- und Testnachweise, eine begrenzte Zahl von Teilnehmern – das ist nichts, was sich Paare für ihre Hochzeit wünschen. Und es zeigt sich: In der Pandemie schließen weniger Menschen in der Region den „Bund fürs Leben“.

Das gemeinsame Standesamt für die Hansestadt Uelzen und die Samtgemeinde Aue hat in diesem Jahr 177 Trauungen vollzogen. Das sind noch einmal weniger als im ersten Pandemie-Jahr. 2020 hatten sich im Zuständigkeitsbereich des Standesamtes 182 Paare das Ja-Wort gegeben.

Um einen Vergleich zu haben: 2019 waren es noch 212 Trauungen, 2018 kam das Standesamt auf 207. In Vor-Corona-Zeiten lagen die Zahlen damit höher.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für den Bereich der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Zwar wurden dort gestern noch zwei Trauungen vorgenommen, allerdings kommt das zuständige Standesamt der Samtgemeinde damit nur auf 110 für das gesamte Jahr. 2020 waren es noch 121 Eheschließungen, 2019 – vor Corona – 146.

Maßgeblich dafür, wie eine Hochzeit unter Pandemie-Bedingungen in diesem Jahr aussah, waren die jeweils aktuellen Verordnungen des Landes zum Infektionsschutz. Beispielsweise waren zur Zeremonie Impf- und Genesenen-Nachweise vorzuweisen oder negative Testergebnisse vorzulegen. Beim Betreten des Trauzimmers mussten Brautpaar, Trauzeugen und etwaige Besucher FFP2-Masken tragen, so die Auskunft aus dem Standesamt für Bevensen-Ebstorf. Am Platz habe man die Masken abgelegen können. Auch war, so wird es aus Uelzen berichtet, je nach Pandemielage und Trauort die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. „Gästelisten waren vorher einzureichen“, führt Stadtsprecherin Ute Krüger aus. Für den „schönsten Tag im Leben“, wie es im Volksmund heißt, hätten sich die Paare sicherlich anderes gewünscht.

Dass sich Paare das mit der Hochzeit in der Pandemie noch einmal überlegen, und auch Abstand von kirchlichen Trauungen nehmen, zeigt das Beispiel von Pastorin Dr. Dorothea Mecking, deren Stelle sich auf Molzen, Rätzlingen, Veerßen und St. Marien in Uelzen aufteilt. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist sie Pastorin in Gemeinden und durfte bisher in jedem Jahr Menschen trauen. „2021 hatte ich nicht eine Hochzeit“, berichtet Mecking.

Paare, die in ihren Hochzeitsvorbereitungen im letzten Jahr von der Pandemie eingeholt wurden, gaben zunächst an, die kirchliche Trauung in diesem Jahr nachholen zu wollen. „Aber sie haben dann abgesagt“, sagt Mecking.

Auch interessant

Kommentare