Arbeitsplätze fallen weg: Streichungen in Munster, Celle, Lüneburg und Faßberg

Weniger Soldaten in Region

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Am Standort Munster werden bis 2017 knapp 1000 Soldaten weniger stationiert sein.

Landkreis Uelzen/Munster/Lüneburg/Celle/Faßberg. Die Bundeswehrstandorte in der Region bleiben erhalten. Das gab Bundesverteidigungsminister Thomas de Mazière gestern Nachmittag bekannt. Dennoch wird die Bundeswehrreform am Landkreis Uelzen nicht spurlos vorübergehen.

Denn die Personalstärke wird an den Bundeswehrstandorten Celle, Munster, Lüneburg und Faßberg zum Teil drastisch reduziert.

Allein 990 Posten werden allein am Bundeswehrstandort Munster bis zum Jahr 2017 wegfallen. „Munster ist für viele Einwohner des Landkreises ein Arbeitgeber“, bedauerte Landrat Dr. Theodor Elster die Auswirkungen der Bundeswehrreform. „Das ist langfristig sicher bedauerlich.“

Vor allem der Westen des Landkreises Uelzen ist eng mit der Bundeswehr verbunden. Teile der Samtgemeinden Suderburg und Altes Amt Ebstorf grenzen an den Truppenübungsplatz Munsters – Einwohner arbeiten an dem Bundeswehrstandort, Soldaten wohnen in der Gegend, kaufen dort ein. Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, zieht daher ein durchwachsenes Fazit: „Unsere Region kommt mit einem blauen Auge davon... Celle und Lüneburg haben das Potenzial, die Lücke der Truppenreduzierung schnell zu schließen. In Munster wird dieses eine größere Herausforderung sein.“ Die Verkleinerung der Truppe bedeute einen „gravierenden Kaufkraftverlust für die ortsansässigen Unternehmen“. Umstrukturierungshilfen für Unternehmen und die Ausbildung ausscheidender Bundeswehrangehöriger für zivile Arbeitsplätze seien notwendig.

Kirsten Lühmann (SPD), die unter anderem für den Landkreis Uelzen im Bundestag sitzt, schlägt gestern kritische Töne an. Die erheblichen Verkleinerungen der Standorte müssten sozial verträglich umgesetzt werden. Eine Forderung, die auch Bundestagsabgeordneter Henning Otte (CDU) unterstützt: „Natürlich wird diese Stationierungsentscheidung auch Veränderungen für das Leben der Soldaten, Zivilangestellten und deren familiäres Umfeld bedeuten. Hier gilt es für jeden einzelnen Soldaten und Mitarbeiter einen gangbaren Weg zu finden, der mit möglichst wenigen Umzügen verbunden ist.“

Die Standortentscheidung ist nach dem Aussetzen der Wehrpflicht die letzte wichtige Weichenstellung im Zuge der Bundeswehrreform. Die Wehr wird von 250 000 auf 185 000 Soldaten schrumpfen. Die Stellen der Zivilbeschäftigten werden bundesweit von 76 000 auf 55 000 reduziert. Seite 10

Von Wiebke Brütt

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