Verkehrsexperte der Polizei Uelzen bewertet neue StVO positiv - Radfahren wird gefördert

Weniger Schilder am Bohldamm

Ist Geschichte: Das Gefahrenzeichen „beschränkter Bahnübergang“ wird abgeschafft.

Uelzen . „Wenn wir den Fahrradverkehr fördern, den Schilderwald reduzieren und jeden einzelnen Verkehrsteilnehmer mehr in die Pflicht nehmen wollen, dann sind das alles ganz sinnvolle Dinge."

So lautet die Einschätzung des Verkehrsexperten der Uelzener Polizei, Andreas Dobslaw, zur neuen Straßenverkehrsordnung (StVO), die seit 1. April gilt.

Aus seiner Sicht gibt es eine Reihe positiver Neuerungen, die ab sofort gelten: zum Beispiel die, dass Autofahrer nicht mehr auf dem Schutzstreifen für Fahrradfahrer parken dürfen – eine Situation, wie es sie unter anderem an der Uelzener Sternstraße und am Bohldamm gibt. „Am Bohldamm können wir die Halteverbotsschilder jetzt abbauen“, so Dobslaw.

Auch die Regelung, dass Inlineskater nicht als Fahrzeuge gewertet werden und somit auf dem Rad-/Gehweg zu fahren haben, hält Dobslaw für sinnvoll. Wer außerorts auf Inlinern unterwegs ist, muss demzufolge – wie ein Fußgänger – die linke Fahrbahnseite benutzen.

Die Abschaffung des Gefahrenzeichen „beschränkter Bahnübergang“ und ein grundsätzliches Überholverbot vor Bahnübergängen hält der Verkehrsexperte ebenso für richtig wie die neue Vorschrift, dass Motorradfahrer immer mit Abblendlicht fahren müssen. Jeden Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken zu bringen, die Flut an Verkehrsschildern einzudämmen – Andreas Dobslaw ist „ein Freund davon“, sagt er, und die neue StVO verfolge diese Richtung. Aus der Praxis weiß er, dass sich Verkehrsteilnehmer bei manche Verkehrszeichen so sehr gewöhnt haben, dass sie sie irgendwann ignorierten. Ein kleines Quäntchen „Unsicherheit“ zu schaffen – indem nämlich kein Schild etwas reglementiert – sei da sinnvoller.

Die Herausforderung sei nun, dass die neuen Regelungen auch beim Verkehrsteilnehmer ankommen, so Dobslaw. „Die neuen Verkehrsteilnehmer lernen das ja jetzt so in der Fahrschule“, sagt er, „aber von denjenigen, die bereits länger dabei sind, ist jetzt jeder Einzelne gefordert, sich zu informieren.“ Obendrein würde er sich wünschen, dass Verbände Schulungen zur neuen StVO anböten. Auch im Internet kann man sich schlau machen: www.stvo.de..

Von Ines Bräutigam

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