Weniger Geld für Firmen

Viele Unternehmen im Kreis müssen künftig auf Förderung vom Land verzichten. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Die Aussichten auf finanzielle Förderung von Unternehmen nach der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) haben sich erheblich verschlechtert. Das teilte Marlis Kämpfer, Leiterin der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“, jetzt mit. „Es ist davon auszugehen, dass künftig nur noch zwei Unternehmen aus dem Landkreis Uelzen pro Jahr gefördert werden“, sagte sie im Wirtschaftsförderungsausschuss. Der Grund: Das niedersächsische Wirtschaftsministerium hat die Unterstützung mit GRW-Mitteln erheblich eingeschränkt.

In den vergangenen Jahren hatte der Landkreis Uelzen noch stark von diesen Fördermitteln profitiert. Landesweit sei regelmäßig das höchste Zuschussvolumen an hiesige Firmen geflossen, berichtete Kämpfer. Seit 2007 seien jährlich mehr als 20 Unternehmen im Kreisgebiet aus dem GRW-Topf gefördert worden. Das neue Verfahren bedeute für die Wirtschaftsförderung im Kreis Uelzen „eine extrem schwierige Situation“, meinte Kämpfer.

Wegen der geringeren Mittelausstattung hat das Ministerium für 2011 ein neues Verfahren für die Vergabe der GRW-Zuschüsse erarbeitet. Dazu wurde eine Scoring-Tabelle entwickelt, die für bestimmte Qualitätskriterien der Unternehmen feste Punktzahlen vorsieht. Somit sind nur noch Firmen förderfähig, die mindestens 250 Punkte nach dieser Tabelle erreichen.

Erstmals haben die Landkreise auch die Möglichkeit, bei zwei Anträgen pro Jahr jeweils 100 Sonderpunkte zu vergeben, wenn die geplante Investition der Unternehmen von besonderer regionalpolitischer Bedeutung ist. „Damit erhöht sich die Förderwahrscheinlichkeit erheblich, ist jedoch nicht garantiert“, erklärte Kämpfer. Kriterien für diese Sonderpunkte sind unter anderem die Neuansiedlung von Unternehmen, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze und die Zugehörigkeit zu strategischen Schwerpunkt-Branchen wie erneuerbare Energien, Ernährungswirtschaft und Gesundheit.

Für 2011 rechnet die Uelzener Kreisverwaltung aber nur mit wenigen Anträgen, weil alle Unternehmen, die in den vergangenen fünf Jahren mit GRW-Mitteln gefördert wurden, nicht antragsberechtigt sind – und das sind mehr als 100. „Bislang gibt es nur einen einzigen Antrag eines Unternehmens aus dem Kreis Uelzen“, sagte Kämpfer.

Von Bernd Schossadowski

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