Überlegungen zum ÖPNV: Wenig genutzte Buslinien sollen mit Anrufsammeltaxis bedient werden

Fahrten nur noch bei Bedarf?

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Uelzen/Landkreis. Um zu erwartende Mehrkosten im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs aufzufangen, gibt es Überlegungen, dass wenig genutzte Routen im Landkreis Uelzen nicht mehr mit festen Buslinien bedient werden.

Stattdessen soll dann auf diesen Strecken ein bedarfsorientierter Verkehr mit Anruf-Sammeltaxis oder Rufbussen angeboten werden. Landkreisbewohner hätten in einem solchen Fall Fahrten telefonisch im Vorfeld anzumelden. Wie gestern der Erste Kreisrat Uwe Liestmann auf AZ-Nachfrage bestätigte, werde dies diskutiert – Entscheidungen würden jedoch frühestens im Juni während der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses getroffen.

Dem Gremium kommt dann die Aufgabe zu, über ein künftiges Buslinien-Konzept im Landkreis zu beraten. Für die für 2016 vorgesehene Ausschreibung des ÖPNV-Netzes ist in diesem Sommer bereits eine sogenannte Vorabankündigung vom Landkreis zu tätigen. In diesem Zusammenhang hatte Liestmann in der vorletzten Woche bereits erklärt, dass künftig mit deutlich höheren Kosten beim ÖPNV zu rechnen sei. Allein durch Tarifänderungen bei den Löhnen der Busfahrer sei mit Mehrkosten in Höhe von rund 500 000 Euro zu rechnen, so Liestmann (AZ berichtete). Gestern erläuterte er, dass die Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) gegenwärtig an Modellen arbeite, wie sich diese Steigerung auffangen lasse.

Die Kreistagsgruppe „Die Grünen/Bündnis Zukunft“ spricht sich unterdessen in einem Antrag für die Umsetzung des einst von der VNO erarbeiteten Buskonzepts aus, das zusätzliche Verbindungen zu Orten an der Landkreisgrenze vorsieht, aber wegen zu hoher Kosten im August 2013 vom Landrat Dr. Heiko Blume auf Eis gelegt worden war. Wie es im Antrag der Grünen heißt, seien 1,2 bis 1,6 Millionen Euro zusätzlich zu den bestehenden Kosten für die Realisierung aufzubringen. Aber: „Wenn wir wirklich eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs wollen, sollte das neue Konzept mit seinem erweiterten Liniennetz – ohne Leistungsminderung – zur Ausschreibung kommen und umgesetzt werden“, so die Kreistagsgruppe.

Auf den Antrag angesprochen, stellten Claus-Dieter Reese, Vorsitzender der Kreistagsgruppe CDU/FDP/RRP, und Klaus-Georg Franke, Vorsitzender UWG-Fraktion, gestern die Frage, wie die Umsetzung dieses Konzepts angesichts der hohen Kosten finanziert werden soll. Die Grünen haben sich dazu im Antrag nicht geäußert. Reese verteidigte zudem die Überlegungen zum bedarfsorientierten Verkehr. Dadurch werde der ÖPNV nicht schlechter, aber man könne sich keine Leerfahrten leisten. Darüber habe auch in der Politik Einigkeit bestanden.

Von Norman Reuter

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