Nur wenige Zentimeter Platz

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Gefährlich eng wurde es auf der Westerweyher Ortsdurchfahrt, als ein zufällig vorbeikommender Holzlaster den von den Eltern geparkten Bundeswehr-Lkw passieren wollte.

Uelzen-Westerweyhe - Von Bernd Schossadowski. „Wir wollen doch für die Kinder nur das Beste“, sagt Klaus Chlechowitz und erntet Kopfnicken in der Runde. Etwa ein Dutzend Eltern von Westerweyher Grundschülern haben jetzt eine ungewöhnliche Aktion in dem Ortsteil gestartet: Um den anwesenden Mitgliedern des Ortsrates zu zeigen, wie gefährlich der Schulweg ihrer Kinder ist, simulieren sie auf der Ortsdurchfahrt den Begegnungsverkehr zweier großer Fahrzeuge und filmen diesen mit einer Videokamera. Und dabei kommt es zu haarsträubenden Szenen.

Einen Speditions-Lkw und ein Transportfahrzeug der Bundeswehr haben die Eltern für die Aktion an der Grundschule organisiert. Kommen sich die beiden Fahrzeuge auf der nur sechs Meter breiten Kreisstraße entgegen, muss eines von ihnen unweigerlich auf den Bürgersteig ausweichen. Es sei kaum auszumalen, was passiert, wenn dort gerade ein Kind steht, warnt Chlechowitz. Um ihr Anliegen zu unterstreichen, haben die Eltern eine Puppe mit neongelber Warnweste mitgebracht – sie simuliert ein Kind auf dem Bürgersteig.

Richtig brenzlig wird es auch, als der Bundeswehr-Lkw am rechten Fahrbahnrand parkt und ihm zufällig ein Holzlaster entgegenkommt. Nur wenige Zentimeter trennen beide Fahrzeuge. Doch dann schneidet der Holz-Lkw auch noch die Linkskurve vor der Grundschule, um dieses Nadelöhr überhaupt passieren zu können.

Was wäre wohl passiert, wenn in diesem Moment ein Schulkind über die Straße gelaufen wäre? Chlechowitz will lieber nicht darüber nachdenken. Ebenso nicht über das waghalsige Ausweichmanöver eines Treckers, dessen mannshohe Reifen beim Passieren des Bundeswehr-Lkws fast mit einem Holzzaun kollidieren.

Deutliche Worte findet an diesem Nachmittag Karl-Heinz Günther, Vorsitzender des Schulelternrates und Ortsratsmitglied. „Wir wünschen uns hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h und eine Querungshilfe für Fußgänger auf der Straße Am Stadtberg bei der ehemaligen Bäckerei“, erklärt er im Namen der Eltern. Denn zu viele Fahrzeuge seien in Westerweyhe deutlich zu schnell unterwegs. Allerdings verhielten sich auch einige Eltern beim Parken „nicht regelkonform, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen“, kritisiert Günther.

Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Stöcks hat ein offenen Ohr für die Eltern. „Polizei und Stadt haben hier bereits Verkehrszählungen gemacht. Wir sammeln jetzt die Fakten und werden am 28. Februar ab 19.30 Uhr eine Sondersitzung des Ortsrates einberufen“, verspricht er. Auf der öffentlichen Sitzung können sich auch die Bürger äußern, ebenso wird der Videofilm vorgeführt. „Dann werden wir darüber beraten und eine Entscheidung treffen“, kündigt Stöcks an.

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