Elternwille reicht für Integrierte Gesamtschule in Uelzen nicht aus

Zu wenige Stimmen für die IGS

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Die Pläne für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Theodor-Heuss-Realschule in Uelzen haben einen Rückschlag erlitten.

Uelzen. Die Pläne für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Theodor-Heuss-Realschule in Uelzen haben einen Rückschlag erlitten.

Bei einer kreisweiten Elternbefragung durch die Stadt Uelzen sind nicht genügend Stimmen für eine IGS-Gründung zusammengekommen. Nach Angaben von Stadtsprecherin Ute Krüger fehlen 27 Stimmen, um die aktuellen politischen Vorgaben des Landes für die IGS-Einrichtung zu erfüllen.

Die Stadt hatte Eltern befragt, deren Kinder die erste bis dritte Grundschulklasse beziehungsweise das letzte Kindergartenjahr besuchen. Dabei wären mindestens 120 Stimmen pro Schuljahrgang für die Einführung der IGS nötig gewesen. „Bei den Kindergartenkindern und Zweitklässlern wurde diese Zahl nicht erreicht. Hier votieren jeweils 105 und 108 Eltern für die IGS“, berichtet Krüger.

Dagegen gaben 132 Eltern von Drittklässlern an, dass sie ihre Kinder auf eine IGS in Uelzen schicken würden. Bei den Eltern von Erstklässlern gab es 120 Ja-Stimmen. Von den insgesamt 3410 angeschriebenen Eltern in Stadt und Kreis Uelzen hatten 1556 den Fragebogen zurückgeschickt – das waren rund 46 Prozent. Von ihnen sprachen sich 465 für die IGS aus.

Für die anderen auf dem Fragebogen genannten Schulformen, beispielsweise Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Oberschule, entschieden sich 1091 Eltern. „Wir sind an der vorgeschriebenen Mindestzahl der Schüler nur knapp gescheitert. Deshalb möchten wir der Landesschulbehörde dieses Ergebnis noch einmal zur Stellungnahme vorlegen“, kündigt Bürgermeister Otto Lukat an. Die Stadt wolle damit vorsorglich hinterfragen, ob es noch Chancen auf eine Genehmigung der IGS gibt.

Am kommenden Dienstag ab 16 Uhr berät der Uelzener Schulausschuss darüber öffentlich im Rathaus. SPD-Schulexperte und IGS-Befürworter Jörg Kramer ist über das Ergebnis der Befragung nicht enttäuscht. „Es wird deutlich, dass bei den Eltern ein großes Interesse an einer IGS besteht“, sagt er auf AZ-Anfrage. Doch das Land schreibe „eine willkürlich festgelegt Zahl“ von 120 Schülern und fünf Klassen pro Jahrgang vor.

„Das ist ein Verhinderungsgrund für den Aufbau einer IGS im ländlichen Raum“, kritisiert Kramer. Er will seiner Fraktion nun vorschlagen, die Einrichtung einer vierzügigen IGS zu beantragen. Dagegen zeigt sich IGS-Kritiker Henning Gröfke (CDU) über den Ausgang der Befragung erfreut.

„Das ist eine Riesenklatsche für die SPD und ruft bei mir eine gewisse Befriedigung hervor“, erklärt der Oberschulen-Befürworter. Nun habe die Stadt Uelzen wieder Planungssicherheit und könne ihre knappen finanziellen Mittel in den Ausbau bestehender Schulformen investieren. Die Anfrage der Stadt an die Landesschulbehörde wird nach Ansicht von Gröfke erfolglos sein: „Ich glaube nicht, dass das durchkommt.“

Von Bernd Schossadowski

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