Uelzener Gymnasiasten rudern beim „Uhlen-Cup“ auf dem Elbe-Seitenkanal um die Wette

Wenig Training – viel Kampfgeist

ah Uelzen. Dienstag, 17 Uhr. Die Boote liegen vor dem Ruderverein in Groß Liedern parat und warten nur auf ihren Einsatz. Das Wetter ist grau, Regen aber nicht in Sicht.

Für die Rudermannschaft der BBS I steht eine letzte Trainingseinheit vor dem großen Rennen am Samstag auf dem Programm. Kalt ist es. Keine perfekten Trainingsbedingungen, aber ein Probelauf auf dem Elbe-Seitenkanal und letztes Feilen an Technik und Taktik muss eigentlich sein. Eigentlich! Die Überraschung: Kein Ruderer vom BBS-I-Vierer mit Steuermann ist am Ruderverein in Groß Liedern zu finden. Lediglich Trainer Ansgar Büsse wartet vor den Booten. „Es sind Ferien“, sagt er entschuldigend. „Da ist es etwas schwer, die Jungs zusammen zu kriegen. Aber einige sind dieses Jahr sogar schon gerudert“, meint Büsse lachend.

Sind die Titelverteidiger im „Uhlen-Cup“ schon so siegessicher, dass sie gar nicht mehr trainieren müssen? Tatsächlich tauchen auch in den nächsten 20 Minuten nur Mitglieder des Rudervereins auf. Das Team, das am Samstag für den Gymnasial-Zweig der BBS I ins Boot steigen soll, verzichtet auf das Training. „Wir haben hauptsächlich im ersten Halbjahr trainiert. Da haben die Vier gezeigt, dass sie die Technik ordentlich beherrschen und sie hatten gute Lernerfolge.“ Ansgar Büsse ist „ganz guter Dinge“, was den Sieg am Samstag angeht, aber er weiß auch: „Die Konkurrenz schläft nicht.“ Er setzt auf die richtige Technik am Start. „Das ist bei der Sprintstrecke von 500 Metern entscheidend. Wer gut wegkommt, der hat schon schnell eine Bootslänge Vorsprung.“ Wenn sie den dann halten könnten, wäre das perfekt. Seine Kampfansage an die Gegner: „Die Konkurrenz schläft zwar nicht, aber wir sind schon länger wach!“

Das LeG-Ruderteam um Trainer Manfred Großmann scheint allerdings auch schon ganz aufgeweckt. Das Team aus Elft- und Zwölftklässlern hat sich bereits Ende März zum Vorbereitungstraining auf dem Elbe-Seitenkanal getroffen. Ruder-Trainer Manfred Großmann ist guter Dinge: „Ich habe dieses Jahr das Glück, dass gleich zwei der Ruderer auch im Verein sind und schon richtig Erfahrung haben.“

Für das LeG wollen drei junge Männer, eine Ruderin und eine Steuerfrau das Boot siegreich ins Ziel bringen. „Was ich bei ihnen noch etwas vermisse, ist die Motivation. Aber ich habe die Hoffnung, dass sich das noch ändert und am Samstag der Kampfgeist rauskommt“, hofft Manfred Großmann. Im vergangenen Jahr hätten viele Mitschüler und Fans die Teams lautstark unterstützt und vorangetrieben. Diesen Motivationsschub wünscht sich Großmann auch diesmal. „Wir wollen den Pokal holen“, lautet die klare Zielsetzung für das Rennen am Samstag. Großmanns Tipp an die Mannschaft: „Ruhig bleiben und auf die Konkurrenz schauen.“ Er sieht im BBS I den Favoriten, aber auch das Team vom HEG sei nicht zu unterschätzen.

Die Ruder-AG des HEG geht als klassischer Underdog ins Rennen. Die reine Mädchenmannschaft startet zwar mit einem etwas leichteren Boot, aber: „Die Mädels sind jünger als die Konkurrenz und wir haben als AG nicht so regelmäßig trainiert, wie die festen Kurse der anderen Schulen“, sagt Trainer und AG-Leiter Jan Gerlach. Trotzdem waren die HEG-Ruderinnen in diesem Jahr schon zu Trainingseinheiten auf dem Elbe-Seitenkanal unterwegs und zeigen echten Kampfgeist: „Wir sind Außenseiter, aber beim Rudern kann es immer zu Überraschungen kommen.“

Gerlach ist zuversichtlich, dass seine Ruderinnen mit Spaß ins Rennen gehen und so einen echten Kampf liefern: „Die Vorbereitung war sehr kurz, aber mit der richtigen Motivation kann das trotzdem klappen. Wenn sie ein oder zwei Tipps beherzigen, können sie den Sieg zum Beispiel dann einfahren, wenn die anderen zu ehrgeizig werden und die Teams auseinanderfallen.“ Teamzusammenhalt und ein richtiger, gemeinsamer Rhythmus seien beim Rudern im Vierer sowieso am wichtigsten.

Geheimrezepte will der Trainer, der lange selbst als Leistungssportler gerudert ist, aber nicht verraten: „Da wäre die Konkurrenz ja gewarnt!“ Aber eine doppeldeutige Kampfansage an die anderen Teams hat er: „Warm anziehen!“

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