Ortsrat will Bau zwischen Groß Liedern und Lehmke erst im Jahr 2016 / Querungshilfe hat Priorität

Wenig Begeisterung für Radweg

+
Der Bau eines Radwegs an der K 51 zwischen Groß Liedern und Lehmke könnte 2014 für ein Förderprogramm des Landes angemeldet werden. Doch der Ortsrat Groß Liedern sprach sich jetzt mit knapper Mehrheit dafür aus, den Weg erst 2016 zu bauen.

Uelzen-Groß Liedern. Gewöhnlich sind politische Gremien begeistert, wenn in ihrem Ort ein Radweg geschaffen werden soll.

Doch die Aussicht, dass möglicherweise noch in diesem Jahr Fördermittel für den Bau eines Weges entlang der Kreisstraße 51 zur Verfügung stehen, stieß jetzt im Ortsrat Groß Liedern nur bedingt auf Gegenliebe. Nach mehr als einstündiger kontroverser Diskussion empfahl das Gremium letztlich mit vier zu drei Stimmen, den Radweg zwischen Groß Liedern und Lehmke erst im Jahr 2016 zu bauen.

„Man muss sich die Frage stellen, ob es wert ist, so viel Geld für einen Radweg auszugeben, auf dem nur 20 Leute pro Tag Fahrrad fahren“, sagte Ortsbürgermeister Wilfried Teichmann (SPD). Denn diese geringe Zahl an Radlern sei bei Verkehrszählungen der Stadt Uelzen im Mai 2013 ermittelt worden, berichtete Bernd Behn, Leiter des Fachbereichs Straßen, Umwelt und Grünflächen.

Den Anteil, den die Stadt Uelzen für den Bau des Radwegs aufbringen müsste, bezifferte Behn auf 147 000 Euro. Allerdings habe das Land ein 32 Millionen Euro umfassendes Sonderprogramm für den Radwegebau aufgelegt, aus dem die Stadt Fördergelder erhalten könnte (AZ berichtete). Das würde den Eigenanteil um mehrere 10 000 Euro verringern. „Wenn man diese Möglichkeit hat, sollte man sie auch nutzen, auch wenn es viel Geld kostet“, meinte Ortsratsmitglied Wolfgang Perau (CDU) und sprach sich für einen raschen Bau aus. Der Radweg dürfe nicht „bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschoben werden.

„Wir kriegen den nie wieder so günstig hin wie jetzt“, pflichtete ihm Christoph Schulz (CDU) bei. Und seine Parteikollegin Kerstin Kühn betonte, es gehe allein darum, ob der Ortsrat den Radweg wünsche. Die für den Bau benötigten Gelder würden „ohnehin ausgegeben“ – wenn nicht in Groß Liedern, dann in anderen Orten. „Deshalb sollten wir sagen: Ja, wir wollen den Radweg.“

Dieser Forderung wollte sich Teichmann nicht anschließen. Aufgrund des Zukunftsvertrages und der Haushaltssituation der Stadt Uelzen stünden derzeit keine Mittel für den Bau zur Verfügung. „Ich bin nicht gegen diesen Radweg, wir sollten ihn aber auf 2016 verschieben“, sagte der Ortsbürgermeister. Für jenes Jahr habe die Stadt das Projekt auch in ihrem Investitionsplan vorgesehen. Viel wichtiger, so Teichmann, sei dagegen der Bau einer Querungshilfe auf der B 71 in Groß Liedern – auch wenn die Mittel dafür aus einem anderen Topf kämen.

Auch für Siegfried Schnier (SPD) hat die Querungshilfe Priorität. „Wir dürfen nicht so lange warten, bis ein Kind oder ein Rentner überfahren wird“, warnte er mit Blick auf die viel befahrene Ortsdurchfahrt.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare