Spannender Poetry-Slam mit zwei Siegern / Local Poet-Wettbewerb

Die Welt – ein Videospiel

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Die Entscheidung, wer das sagenumwobene Laserschwert gewinnen soll, ist nicht einfach: Sven Kamin fordert den Applaus für die Sieger des zweiten Uelzener Poetry-Slam-Wettbewerbs.

Uelzen. Die deutsche Sprache ist nicht romantisch – das allein schon beweist der Kurs ,,Deutsch for everybody“: Dominik Bartels aus Helmstedt gibt als einer der vier Finalisten noch einmal alles und hat die Lacher auf seiner Seite.

Es heißt ,,der Mann“ und „die Frau“, aber warum eigentlich „der Herd“ und „die Bohrmaschine“? Donnernder Applaus ist der Lohn für eine dichterische Meisterleistung, doch Mona Harry aus Hamburg steht ihm in nichts nach und so gibt es schließlich zwei Sieger beim zweiten Uelzener Poetry-Slam in der nahezu ausverkauften Kulturnhalle.

Zwölf Kandidaten hatten sich zu dem von Sven Kamin moderierten Dichterwettbewerb angemeldet und sie gaben zwei Stunden lang alles.

Da dichtet Lennart Hamann aus Hamburg, dass er das Beenden beenden möchte, denn sein Leben sei nur ein Einband-Sammelband. Sie wünsche sich mehr Flausen im Kopf und träume vom Fliegen, denn heute sei apathisch doch normal: Ein gigantisches Feuerwerk an Dichtkunst brennt Mona Harry aus Hamburg schon in der Vorrunde ab. Richard Schuster aus Hamburg, selbst erst 27 Jahre, trägt seinen 40er-Text vor und stellt fest, „dass man nicht jeden (Scheiß-)Trend mitmachen soll“ und erntet damit in der Vorrunde die meisten Punkte der Publikumsjury. Mit vollem Körpereinsatz begleitet Arne Poeck aus Bergedorf sein nassestes Gedicht der Welt und deklamiert eben mal kurz das Wort „Wasser“ in 53 Sprachen.

Local Poet: Marcel Orlowski aus Westerweyhe.

Die ganze Welt ein Videospiel: Für Jan Wilhelm Schund ist das so und er sieht sich dabei selbst als ein Mann mit einer Mission, schließlich könne man von Nintendo immer noch etwas lernen. Warum kann ich nicht einfach glücklich sein? Nessi Linska aus Hamburg setzt mit ihrem „halben Liebesgedicht“ einen nachdenklichen Moment und erntet dafür riesigen Beifall. Der Lohn? Auch sie steht im Finale der letzten vier. Als „Prinz of Provinz“ räumt Dominik Bartels, der die Berliner Szene beleuchtet, schon in der Vorrunde ab. Der Publikumsapplaus muss schließlich über Sieg und Platzierung entscheiden und da kein Unterschied herauszuhören ist, gibt es zwei Sieger. Darüber hinaus wird der Local Poet des Abends gekürt. Der 14-jährige Marcel Orlowski aus Westerweyhe – „das Schreiben ist mein Element“ – setzt sich dabei knapp vor seinen lokalen Mitstreitern, Fenja Rodewald aus Stadensen und ihrem Beitrag „ich bin ich und du bist du“, Thorsten Neumann aus Uelzen und seinem Vortrag „Ein Mann und seine Wahrheit“, Matze Hoppe aus Nettelkamp mit „Weil die Guten die Bösen sind“ sowie Karsten Daniel aus Bad Bodenteich und seinem Gedicht, „das von Äpfeln handelt“, durch.

Von Dirk Marwede

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