Gebäudemanagement nach Mehrausgaben für Rathaus unter Druck

Welche Rechtsgrundlage?

Ein wesentlicher Kostenfaktor für die erneute Kostenexplosion war die verlängerte Bauzeit beim Alten Rathaus – das gab das Gebäudemanagement erst vier Wochen nach der Einweihung bekannt.
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Ein wesentlicher Kostenfaktor für die erneute Kostenexplosion war die verlängerte Bauzeit beim Alten Rathaus – das gab das Gebäudemanagement erst vier Wochen nach der Einweihung bekannt.

tm Uelzen. Durch das neue 600 000-Euro-Loch in der Kasse des Gebäudemanagementes sollen keine Projekte wie die Sanierung von Schulen oder Turnhallen auf Eis gelegt werden. Das erklärte der Vorstand gestern auf AZ-Nachfrage.

Die Meinungen einiger AZ-Leser finden Sie hier.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass für den Umbau des alten Rathaus zusätzlich 600 000 Euro und somit insgesamt 3,8 Millionen Euro ausgegeben wurden. Eine Genehmigung der Politik für diese Mehrausgaben gibt es nicht, der Stadtrat hatte vielmehr die Ausgaben auf 3,2 Millionen Euro gedeckelt. Das Gebäudemanagement sieht sich jetzt massiven Vorwürfen wegen mangelhafter Kostenkontrolle und Kommunikation ausgesetzt (AZ berichtete).

Wegen der zusätzlichen Kosten plant das Gebäudemanagement vielmehr den Umbau-Kredit aufzustocken. Außerdem wolle man „im Bereich der Gebäudebewirtschaftung sparen“, hieß es bei den Verantwortlichen.

Derweil hat das Gebaren des Gebäudemanagements jetzt auch den Niedersächsischen Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen. Er fragt sich, welche Rechtsgrundlage es für die zusätzliche Ausgaben gegeben hat.

Von Thomas Mitzlaff

Einen weiteren Artikel dazu lesen Sie am Donnerstag digital und gedruckt in der AZ.

Bilderstrecke: So lief der Umbau des Rathauses ab

Fotos

Die Chronik vom Umbau des Alten Rathauses

Juli 2010: Der Umbau des alten Rathauses hat begonnen. Das denkmalgeschützte Gebäude, dessen älteste Teile von 1347 stammen, wird zum neuen Domizil der Kreisvolkshochschule. Voraussichtlich bis Ende 2011 soll der Umbau dauern. Der Bildungsträger könnte dann im Frühjahr 2012 einziehen, so die Hoffnung der Stadt Uelzen.
Oktober 2010: Die Hoffnungen der Stadt Uelzen, dass mit dem Einzug der Kreisvolkshochschule in das Alte Rathaus ein größeres öffentliches Café in dem Gebäude eingerichtet wird, haben einen Dämpfer bekommen. Demnach soll im Ergeschoss des Alten Rathauses ein multifunktional nutzbarer Bereich geschaffen werden.
Februar 2011: Stadtarchäologe Fred Mahler hat mit seinem Team im Boden des Alten Rathauses gegraben und dabei spannende Dinge entdeckt – zum Beispiel Hinweise auf den Brand von 1315. Ausserdem fand er Keramik-Fragmente, die weit ins 13. Jahrhundert – der Zeit der Uelzener Stadtgründung – reichen.
November 2011: Während die Erdarbeiten im Arkadengang bereits auf Hochtouren laufen, liegt der Umbau des Alten Rathauses noch immer auf Eis. Im Januar 2012 soll die Sanierung dann aber beginnen, kündigt die Stadt Uelzen an. Der Grund dafür sei der Uelzener Weihnachtsmarkt. In dieser Zeit möchte die Stadt den Bürgern keine Großbaustelle zumuten.
Die Chronik vom Umbau des Alten Rathauses

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