Schöller-Werk: Einschnitte auch bei Tiefkühlbackwaren / „Nötige Sanierung“

Weiterer Stellenabbau

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Im Werk an der Hamburger Straße soll es zu weiteren Entlassungen kommen. 

Uelzen. Die Geschäftsführung nennt es einen Sanierungsplan, die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) spricht von einem „Horrorkatalog“ – ungeachtet der Begrifflichkeiten steht nun fest: Im Uelzener Werk für Eis und Tiefkühlbackwaren sollen weitere Arbeitsplätze abgebaut werden.

Gut 380 Beschäftigte zählt das Werk als Herstellungsstandort für Schöller-Produkte zurzeit noch. Im August und September war der Belegschaft durch die Geschäftsführung bereits mitgeteilt worden, dass im Bereich der Eisproduktion 104 Stellen wegfallen sollen. Saisonkräfte würden durch Leiharbeiter ersetzt und die Entwicklungsabteilung aufgelöst. Zudem sollen Zusatzleistungen wie das Weihnachtsgeld nicht mehr gezahlt werden. Aussagen zum Bereich der Tiefkühlbackwaren gab es zunächst nicht, das hat sich nun geändert: Etwa 15 Stellen werde man streichen müssen, sagte gestern Abend Matthias Casanova der AZ. Er ist Geschäftsführer bei Froneri, einem Joint Venture, zu dem das Uelzener Schöller-Werk seit einem Jahr gehört.

Wie Casanova erklärte, sei auch vorgesehen, Tiefkühlbackwaren aus dem Produktionssortiment zu nehmen, mit denen besonders hohe Verluste eingefahren würden. In Uelzen werden unter anderem Brezeln, Plunderteilchen und Croissants hergestellt.

Dass es zu Einschnitten auch im Bereich der Tiefkühlbackwaren kommen könnte, hatte die Gewerkschaft NGG bereits befürchtet. Die Produktionskapazitäten in Uelzen sind größer als die Produktionsmengen.

Begründet werden alle Einschnitte von Casanova mit roten Zahlen, die Schöller seit 2014 schreibt. Ziel sei, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und nicht etwa, um Gewinne zu maximieren. Mit den Stellenstreichungen und den Gehaltseinschnitten will Froneri allein jährlich sieben Millionen Euro in Uelzen einsparen, das Werk soll aber als Produktionsstandort erhalten bleiben. Voraussetzung sei, dass man sich einige. Zurzeit führt das Unternehmen Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern zu den geplanten Einschnitten. Am heutigen Dienstag ist die dritte Verhandlungsrunde geplant. Wie Casanova betont, würden mit den Aussagen zu den Tiefkühlbackwaren nun alle geplanten Maßnahmen auf dem Tisch liegen.

Von Norman Reuter

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