Weiterer Drogenkäufer verurteilt: Cannabis-Anbauerin (54) versorgte Dealer

„Oma-Gras war gutes Gras“

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Symbolfoto

Uelzen. Er hat den Drogenhandel stundenlang geleugnet, dann legte er doch ein Geständnis ab: Vor dem Uelzener Schöffengericht wurde ein weiterer Kunde einer 54-jährigen Dealerin verurteilt.

Der 25-jährige Bad Bodenteicher erhielt wegen des Handels mit Betäubungsmitteln eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Die Marihuana-Mengen hatte er bei der 54-Jährigen erstanden und weiterverkauft.

Nach bisherigen Kenntnissen endet damit eine Reihe von Prozessen gegen Drogenkäufer, die von der Betreiberin mehrerer Cannabis-Plantagen versorgt worden waren. Die 54-jährige Frau und ihr 60 Jahre alter Ehemann hatten Indoor-Plantagen in Wohnhäusern in Schafwedel im Landkreis Uelzen, in Clenze und Proitze (Kreis Lüchow-Dannenberg) und in Schweimke (Kreis Gifhorn) angelegt (AZ berichtete). Im Februar waren die Plantagen aufgeflogen, sie selbst war beim Verkauf von Marihuana in der Wohnung einer Kundin ertappt worden.

Der 25-Jährige, gegen den das Schöffengericht nun zum Abschluss verhandelte, soll nach Aussage mehrerer Abnehmer als Vermittler agiert haben. In den vorangegangenen Verhandlungen gegen Drogenkäufer hatten immer wieder Angeklagte darauf hingewiesen, dass sie durch den 25-Jährigen an den Kontakt zu der 54 Jahre alten Dealerin gekommen seien. Einer der Verurteilten hatte angegeben, bei einem Treffen mit rund 20 Personen im Haus des 25-Jährigen die Plantagen-Anbauerin kennengelernt zu haben. Das war in der Verhandlung gegen den 25-Jährigen im Amtsgericht kein Thema. Der Bad Bodenteicher räumte ein, zwischen Februar und Oktober vergangenen Jahres fünf Mal jeweils 50 Gramm und drei Mal jeweils 100 Gramm Marihuana bei der 54-Jährigen gekauft zu haben und die Drogen anschließend gegen Geld an andere abgegeben zu haben. Während er selbst 6,50 Euro pro Gramm bezahlt habe, habe er von seinen Kunden jeweils zehn Euro pro Gramm genommen, erklärte er. Er selbst habe diese Drogen nicht konsumiert.

„Oma-Gras war gutes Gras“, sei eine der typischen Aussagen während des Ermittlungsverfahrens gewesen, zitierte der Vorsitzende Richter Rainer Thomsen. Die 54-Jährige hatte im Laufe des Ermittlungsverfahrens die Namen ihrer Kunden preisgegeben. Im Juni war sie zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und ihr Mann zu einem Jahr und acht Monaten Haft, ebenfalls auf Bewährung, verurteilt worden.

Von Diane Baatani

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