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Weiter massiver Zulauf bei der Uelzener Tafel

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Von: Theresa Brand

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In einer langen Schlange stehen die Menschen bei Wind und Wetter bei der Uelzener Tafel an und warten auf gespendete Lebensmittel. Foto: privat
In einer langen Schlange stehen die Menschen bei Wind und Wetter bei der Uelzener Tafel an und warten auf gespendete Lebensmittel. © Privat

In ganz Deutschland steigt die Zahl derer, die auf die Tafel angewiesen sind, durch Inflation und Preissteigerungen drastisch an. In Uelzen hat sich die Nachfrage in den vergangenen Monaten mehr als verdoppelt.

Uelzen – Sie stehen in langen Schlangen draußen unter freiem Himmel zwischen den Pfützen und warten. Zur Ausgabe der Uelzener Tafel kommen zurzeit jede Woche rund 430 Menschen, um dort gespendete Lebensmittel abzuholen. „Das ist wirklich Wahnsinn“, sagt Kurt Wiedenhoff, Vorsitzender der Tafel in Uelzen.

Nach Beginn des Krieges in der Ukraine kamen zunächst hauptsächlich Geflüchtete als Neukunden dazu. Mittlerweile steigt die Zahl der Ukrainer laut Wiedenhoff nicht weiter, dafür kommen immer mehr Familien und Rentner, die bis jetzt gerade so über die Runden gekommen sind.

Zehn bis zwölf Anträge pro Woche

Der Vorsitzende vermutet, dass sich dieser Trend auch im kommenden Jahr fortsetzen wird, wenn die Menschen an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten stoßen. „Zur Zeit haben wir etwa zehn bis zwölf Anträge von Neukunden pro Woche, dagegen nur vier Kunden, die nicht mehr kommen“, erklärt Wiedenhoff. Alleine am Mittwoch zwischen Weihnachten und Silvester haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter an gut 300 Menschen Lebensmittel ausgegeben. „Dank der vielen Spenden konnten wir allen Familien ein Geschenk geben“, erzählt er und betont: „Hier ein deutliches Danke für alle Spender.“

Ohne die gute Zusammenarbeit mit den Geschäften in der Region und die vielen Spenden von Privatpersonen oder Unternehmen könnte die Tafel längst nicht mehr alle Bedürftigen versorgen. Denn auch hier machen sich die gestiegenen Energiekosten spürbar bemerkbar. Auch für die Arbeit der Ehrenamtlichen ist Wiedenhoff dankbar: „Pro Woche leisten die Mitarbeiter hier gut 250 Stunden ehrenamtliche Arbeit, aber unsere Mannschaft ist gut besetzt.“

Warten auf klare Ansage von der Stadt

Ein großes Problem sind hingegen die Räumlichkeiten. Für 2023 hofft der Vorsitzende, dass bald eine klare Ansage vonseiten der Stadt kommt, wie es räumlich weitergeht. Denn das Gebäude am Bohldamm, in dem zur Zeit die Lebensmittel gelagert und ausgegeben werden, soll abgerissen werden. Für die Tafel eine Chance, denn derzeit müssen die Menschen draußen vor dem maroden Haus warten – egal, ob es regnet, stürmt oder schneit. „Es ist menschenunwürdig“, findet Wiedenhoff. Er möchte Klarheit, denn noch steht weder fest, wo die Tafel zukünftig ihren Standort haben soll, noch, wie eine Übergangsphase aussehen kann.

„Leider wird es uns weiter geben“, sagt der Vorsitzende – denn ihm wäre es am Liebsten, wenn niemand mehr auf die Hilfe der Tafel angewiesen wäre.

Kurt WiedenhoffVorsitzender der Tafel
Kurt WiedenhoffVorsitzender der Tafel © Privat

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