Weiter im Grenzeinsatz

Uelzener Bundespolizisten kontrollieren seit mehr als einem Jahr Einreise nach Bayern

Neben den Grenzkontrollen mussten die Bundespolizisten bis zum vergangene Frühjahr auch die Flüchtlinge registrieren.
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Neben den Grenzkontrollen mussten die Bundespolizisten bis zum vergangene Frühjahr auch die Flüchtlinge registrieren.

Uelzen. Eigentlich sollten die Grenzkontrollen innerhalb des so genannten Schengenraumes in Europa nur bis zum 11. November erlaubt sein.

Jetzt hat die Kommission der Europäischen Union für eine Verlängerung der Kontrollen um weitere drei Monate auch an den deutschen Grenzen ihr Okay gegeben. Betroffen davon könnten auch die Beamten der Bundespolizei in Uelzen sein.

Am 13. September vergangenen Jahres, es war ein Sonntag, erreichte Marco Zack, Leiter der Uelzener Bundespolizei-Abteilung und seinen Stellvertreter, Bernd Gasow, die Alarmierung für die Grenzkontrollen. Flüchtlinge aus dem Nahen Osten suchten – über den Balkan kommend – Schutz in Deutschland. „Wir haben alle verfügbaren Leute zusammengezogen. Uns wurde als Kontrollabschnitt die deutsch/österreichische Grenze bei Freilassing zugewiesen“, sagt Gasow.

Dann begann für die Beamten ein stressiges halbes Jahr, bis im März die Balkanroute geschlossen wurde und der Flüchtlingsstrom abebbte. Bis dahin waren die Bundespolizisten jeweils neun Tage am Stück im Einsatz: zwei Tage für Hin- und Rückfahrt, sieben Tage Dienst an den Grenzübergängen in Bayern, 24 Stunden lang, in Zwölf-Stunden-Schichten. „Dazu gehörte zunächst auch die Registrierung der Flüchtlinge“, berichtet Zack. Die Arbeit sei beim Höhepunkt der Flüchtlingseinreise vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein nicht zu stemmen gewesen. „Unser Auftrag war auch die Pufferung“, sagt Zack.

Nach dem Wochen-Einsatz ging es jeweils zurück zum Hainberg, wo die Beamten fünf Tage frei bekamen. Dann ging es für die Uelzener erneut nach Bayern. „Mal zugweise, mal mit einer Hundertschaft“, sagt Gasow. Die Stimmung in der Abteilung sei „ausgesprochen gut“, berichtet Gasow. Das sei bewundernswert, gerade auch deshalb, weil die Beamten neben körperlichen Belastung auch noch jede Menge menschliches Elend zu Gesicht bekommen hätten.

Aktuell werden Bundespolizisten aus Uelzen alle zwei bis drei Wochen aus Bayern angefordert, wo sie weiter an der Grenze kontrollieren. Vermutlich auch zu Beginn 2017.

Von Jens Schopp

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