Weißer Fleck in der Region

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Ann-Kathrin Kufner und Carina Müller (rechts) sind im vergangenen Jahr als einzige aus dem Landkreis Uelzen beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ angetreten.

Uelzen/Landkreis - Von Diane Baatani. 63 Schüler treten beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ am 14. und 15. Februar in Celle an. Sie kommen aus Celle, Hermannsburg, Dannenberg, Hankensbüttel, Ritterhude und Verden. Aus dem Landkreis Uelzen hat sich in diesem Jahr wieder niemand beworben. Der Landkreis bildet „einen weißen Fleck“ auf der Landkarte, sagten die Veranstalter bereits vor zwei Jahren gegenüber der AZ.

„Wir machen immer die Erfahrung, es steht und fällt viel mit dem Betreuungslehrer“, erklärt nun Christiane Poestges, regionale Ansprechpartnerin für „Jugend forscht“ bei der SVO, die als Patenunternehmen den Wettbewerb unterstützen. In diesem Jahr sei vermutlich die Umstrukturierung an den Gymnasien ein Grund dafür, dass es im Kreis Uelzen kein Interesse an den freiwilligen Experimenten gebe. Durch die Verlagerung des Unterrichtsstoffes von den 13 Schuljahren auf 12 fänden viele Schüler keine Zeit mehr für solche Wettbewerbe. Andererseits haben sich aus den anderen Landkreisen wegen des Doppelabiturjahrgangs umso mehr Schüler beworben. Während im vergangenen Jahr 28 Projekte angemeldet waren, zählt die SVO in diesem Jahr 39 für den Regionalwettbewerb. Der Großteil ist für Biologie eingetragen, aber auch mit Chemie, Geowissenschaften, Mathematik, Physik, Technik und Arbeitswelt beschäftigen sich die Jugendlichen unter 21 Jahren. „Wie sich das in der Zukunft gestaltet, wissen wir auch noch nicht“, sagt Poestges. Allerdings gebe es auch die Möglichkeit, sich mit dem Thema einer Facharbeit zu bewerben und das Projekt vorzustellen. Diese Entscheidung würde nicht viel zusätzlichen Zeitaufwand bedeuten.

Frank Hemer vom Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) unterstützt seine Schüler gegebenenfalls bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb. Wegen der Umstellung auf zwölf Schuljahre habe sich eine Gruppe von Schülern kurzfristig gegen eine Teilnahme entschieden. Ähnlich verhält es sich am Lessing-Gymnasium (LeG). „Die Schüler fühlen sich noch stärker belastet“, berichtet dort Schulleiter Hans-Joachim Lepel. Zudem gebe es alternative Wettbewerbe, an denen sich die Gymnasien beteiligen, etwa im Bereich Informatik oder Chemie. „Der Aufwand für die Schüler ist bei Jugend forscht wahrscheinlich relativ groß, das hält viele wohl ab“, sagt Lepel.

Im vergangenen Jahr bildeten zwei Abiturientinnen vom (HEG) eine Ausnahme. Sie starteten mit einem Experiment über Algen-Wachstum und landeten beim Regionalwettbewerb sofort auf Platz 1. Die zuvor letzten erfolgreichen Teilnehmer aus dem Kreis waren Claas Riedel, Julia Zischang und Philipp Momeyer, ebenfalls vom HEG im Jahr 2005. Sie waren mit ihrer Untersuchung von Rotwein und Kräutertee bis in den Bundeswettbewerb vorgerückt.

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