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Weihnachtszauber wackelt: Stadt Uelzen berät mit Akteuren, ob und wie lange es weitergeht

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Von: Lars Becker

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Eine Momentaufnahme vom ersten Weihnachtszauber-Wochenende, die für sich und die schwierige Situation spricht: Angesichts von Pandemie und ungünstigem Wetter blieb die Resonanz hinter den Erwartungen zurück.
Eine Momentaufnahme vom ersten Weihnachtszauber-Wochenende, die für sich und die schwierige Situation spricht: Angesichts von Pandemie und ungünstigem Wetter blieb die Resonanz hinter den Erwartungen zurück. © Oliver Huchthausen 2021

Heute vor einer Woche ist der Weihnachtszauber 2021 in der Hansestadt Uelzen eröffnet worden – trotz der vierten Corona-Welle. Die Resonanz ist vor allem pandemie-, aber auch witterungsbedingt überschaubar. Deshalb findet ein ständiger Austausch der Beteiligten darüber statt, ob man noch durchhält oder vorzeitig die Reißleine zieht.

Uelzen – Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Bürgermeister Jürgen Markwardt dazu: „Die 2G-plus-Regel trifft die Weihnachtsmärkte hart. Wir stehen im engen Kontakt mit dem Marktbetreiber und den weiteren Akteuren. Wir sind uns einig, den Weihnachtszauber für die Bürgerinnen und Bürger einschließlich der Angebote für die Kinder so lange fortzusetzen, wie es für die Betreiber tragbar ist.“

Besagter Ausrichter des Weihnachtsmarktes ist Matthias Mantau. Er sagt: „Wir versuchen, so lange wie möglich durchzuhalten. Wie lange? Das steht in den Sternen.“ Über das Wochenende sollen alle Angebote wie geplant bestehen bleiben.

20 Standbetreiber machen sich große Sorgen

Mantau war am Donnerstag einerseits ganz froh. Denn Sturmtief „Daniel“ hatte seiner fast 20 Meter hohen, imposanten Weihnachtspyramide auf dem Herzogenplatz nicht zugesetzt. „Es ist alles gutgegangen“, atmete der Schausteller aus Bad Bevensen durch, der in diesem Jahr erstmals Ausrichter des Weihnachtsmarktes in Uelzen ist und sechsstellig in das Massivholz-Projekt investiert hat.

Andererseits aber treiben Mantau und die rund 20 anderen Standbetreiber große Sorgen um: Sie alle müssen nämlich gemeinsam mit der Stadt ernsthaft in Erwägung ziehen, deutlich früher als geplant das Abenteuer Weihnachtsmarkt zu beenden – wenn sich am Zuspruch nichts ändert.

„Wenn es sich wirtschaftlich aber nicht mehr rechnet...“

„Die Resonanz ist bisher pandemiebedingt hinter den Erwartungen zurückgeblieben und nicht zufriedenstellend. Die Menschen sind – völlig verständlich – verängstigt. Dafür kann ihnen niemand einen Vorwurf machen, damit müssen wir leben. Ich bin Realist: Im Prinzip können wir als Schausteller nur hoffen, dass wir wieder Hilfestellung vom Staat bekommen“, so Mantau.

Man stehe im engen Austausch mit der Stadt und allen Beteiligten, zu denen auch die Stadtwerke Uelzen in Sachen Eisbahn-Spektakel „mycity on ice“ gehören. „Wir müssen gucken, wie es sich entwickelt und wollen weitermachen – so lange wie möglich, auch mit Blick auf die Vorgaben der Corona-Verordnung. Wenn es sich wirtschaftlich aber nicht mehr rechnet, dann müssen wir im Einvernehmen mit der Stadt darüber nachdenken, den Weihnachtsmarkt zu beenden“, so Matthias Mantau im Gespräch mit der AZ.

„Gemeinsam betrachten wir die Situation weiter“

Natürlich haben die Standbetreiber, die in Uelzen ihre Angebote machen, mitbekommen, was am Dienstag in Lüneburg passiert ist. Dort verständigten sich die Schausteller darauf, den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus schon vor dem ersten Tag unter 2G-plus-Regel abzubrechen. Die Angst vor noch geringeren Einnahmen durch ausbleibende Besucher bei gleichbleibenden Kosten war größer als die Zuversicht, dass sich doch noch gute Geschäfte machen lassen könnten.

Noch gibt es keine solche Entscheidung in Uelzen. Bürgermeister Jürgen Markwardt äußerte aber auf jeden Fall Verständnis für die Sorgen der Beschicker: „Gemeinsam betrachten wir die Situation natürlich weiter und werden sehen, wie die Angebote auch unter 2G-plus angenommen werden.“

Am Wochenende alles wie geplant geöffnet

Matthias Mantau weiß, welche Probleme vor allem die neuen Testvorgaben machen. Denn die Wartezeiten an sämtlichen Teststationen sind auch angesichts der 3G-Regelungen an den Arbeitsplätzen hoch – teilweise bis zu zwei Stunden dauert es, ehe Testwillige an der Reihe sind. „Wer will das machen und geht dann für eine Bratwurst oder einen Glühwein auf den Weihnachtsmarkt“, fragt Mantau rhetorisch. Und fügt an: „Alles Nachtreten in Richtung Politik bringt aber nichts. Es ist, wie es ist.“

Am Wochenende wird der Weihnachtsmarkt wie geplant geöffnet sein, das betonte Mantau gegenüber der AZ. Die Stadt selbst hat in Sachen Adventskalender vor dem Alten Rathaus damit zu kämpfen, dass die Resonanz viel schlechter ist als in allen Jahren zuvor. Wer im abgesperrten Bereich als einer von maximal 200 zugelassenen Personen dabei sein will, muss sich bekanntlich morgens ab 10 Uhr an der Engelsbude ein entsprechendes Bändchen sichern.

Erste Eisbahn-Bilanz von mycity fällt positiv aus

Von montags bis mittwochs werden ab kommender Woche keine Fensteröffnungen abends vor Ort stattfinden, diese wurden und werden gefilmt. Ausgestrahlt werden sie dann jeweils im Internet. Von Donnerstag bis Sonntag sollen aber die üblichen Veranstaltungen mit Redner, Musik und Engeln vollzogen werden.

Zufrieden mit der ersten „Weihnachtszauber“-Woche sind die Stadtwerke, wie Sprecherin Franziska Albrecht sagte. „Unsere Bilanz mit Blick auf die Kinder und Jugendlichen, für die wir das Eislaufen vor allem machen, ist gut. Wir achten sehr auf die Einhaltung der Maßnahmen“, so Albrecht. Sie bekräftigte: „Wir sind Bestandteil des Weihnachtszaubers und ziehen alle an einem Strang. Nächste Woche werden wir noch einmal Bilanz ziehen.“

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