Weihnachtsmann kommt mit Maske

Mit Maske über dem Bart: So will der Weihnachtsmann alias Rolf Tischer an Heiligabend losziehen, um die Kinder zu beschenken.
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Mit Maske über dem Bart: So will der Weihnachtsmann alias Rolf Tischer an Heiligabend losziehen, um die Kinder zu beschenken.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Rolf Tischer schlüpft seit mehr als 30 Jahren zum Fest in ein Weihnachtsmannkostüm, um Kinder an Heiligabend zu beschenken. Auch in diesem Jahr übernimmt er die Rolle des Bärtigen. Diesmal wird er aber auch eine Schutzmaske tragen.

Uelzen – Es ist für Rolf Tischer der schönste Moment. Wenn die Kinder ihn mit strahlenden Augen ungläubig betrachten, darauf warten, was jetzt geschehen wird. „Du musst Freude an den Gesichtern der Kinder haben, wenn sie dem Weihnachtsmann gegenüberstehen“, sagt er und erklärt damit, was ihn antreibt, Jahr für Jahr die Rolle des Bärtigen zu übernehmen. Auch 2020 will er Kinder beschenken. Selbstverständlich ist das im Corona-Jahr nicht.

Es heißt: Der Weihnachtsmann komme mit Rentieren. 2020 trifft das bei Rolf Tischer wahrlich zu, auch wenn er wie sonst in den Jahren mit dem Auto seine Tour zu den Familien machen wird. Rentiere sind auf seiner Mund-Nasen-Maske zu entdecken, die er bei der Bescherung tragen wird, um dem Infektionsschutz nachzukommen.

Er gibt unumwunden zu, dass er überlegt hat, ob er dieses Jahr wieder den Weihnachtsmann mimt. Mit „Kollegen“ aus aller Welt sei die Frage auch in einer Facebook-Gruppe für Weihnachtsmänner diskutiert worden. Tischer weiß: Andere „Weihnachtsmänner“ haben sich entschieden, nicht tätig werden zu wollen. Das Risiko sei ihnen zu groß.

Tischer findet: „Es ist ein schwieriges Jahr, mit Entbehrungen. Der Weihnachtsmann strahlt Hoffnung aus.“ Diese Hoffnung wolle er vermitteln, deshalb habe er sich entschieden, trotz allem den Bärtigen zu geben. Aber es wird anders, nicht nur wegen der Maske.

Tischer ist erstmals 1987 in die Rolle des Weihnachtsmanns geschlüpft, damals noch in seiner Heimat Franken. Ein Weihnachtsmann, der seinen Sohn beschenkte, wirkte so unecht. Tischer sagte sich: Das kann ich besser.

So mimte der heute 58-Jährige den Weihnachtsmann in dem Jahr, als die Mauer fiel. In dem Jahr, als das World-Trade-Center nach einem Anschlag einstürzte oder im Jahr der Flüchtlingsbewegungen. Ohne Frage: Das waren schwierige Zeiten, das Weltgeschehen sei aber bei der Bescherung nicht präsent gewesen, weiß Tischer zu berichten. Jetzt ist das Weltgeschehen in jedem Haus wahrzunehmen.

Tischer spürt auch, dass die Corona-Krise die Kinder beschäftigt. Er unterhält eine Homepage, über die Kinder dem Weihnachtsmann Fragen stellen können. Gut einhundert Mails hat er in diesem Jahr bereits erhalten. „In jeder fünften, sechsten kommt Corona zur Sprache“, berichtet Tischer. Ob er sich denn auch vor Corona schützen müsse, fragen Steppkes. Ob er dafür sorgen könne, dass die Großeltern nicht an Covid-19 erkranken. Tischer richtet in seinen Antworten den Blick auf die Zeit nach Corona, wenn die Menschen wieder beisammen sein könnten.

Familien, die ihn bereits angefragt hatten, sagten inzwischen ab, andere erklärten, er solle auf jeden Fall kommen. Manche sind auch noch unschlüssig. Tischer will flexibel sein, um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Er kann sich eine Bescherung auf der Terrasse vorstellen. Oder er stellt die Geschenke an die Tür und winkt. Jedenfalls: Die sonst üblichen Fotos der Kleinen mit dem Weihnachtsmann entfallen. Das sonst vom Bärtigen geforderte Lied wird es auch nicht geben.

Aber der Weihnachtsmann alias Rolf Tischer kann Hoffnung spenden. Das ist ihm das Wichtigste.

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