Geld-, Futter- und Sachspenden verblüffen Mitarbeiter

Weihnachtsfreude im Tierheim Uelzen: Herzergreifende Hilfe für Nico und Co.

Nico lebt seit einigen Monaten im Tierheim Uelzen. Der charmante Elfjährige, den Biggi Frels einen Herzensbrecher und ein Energiebündel nennt, freut sich zwar über viele tolle Geschenke, wäre aber noch lieber wieder bei einer Familie.
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Nico lebt seit einigen Monaten im Tierheim Uelzen. Der charmante Elfjährige, den Biggi Frels einen Herzensbrecher und ein Energiebündel nennt, freut sich zwar über viele tolle Geschenke, wäre aber noch lieber wieder bei einer Familie.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Heideterrier Nico (11) und Biggi Frels, 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Uelzen und Umgebung, freuen sich über die überwältigende Hilfsbereitschaft aus Stadt und Landkreis. Geld-, Sach- und Futterspenden gehen so zahlreich wie nie zuvor ein. Wenn Rüde Nico jetzt noch ein neues Zuhause finden würde...

Uelzen – „Noch nie zuvor haben wir so viele tolle Spenden bekommen wie jetzt zu Weihnachten!“ Biggi Frels sprüht im Gespräch mit der AZ vor Euphorie und Begeisterung. Wie sehr die Menschen aus Stadt und Landkreis in den letzten Tagen an die Tiere im Tierheim gedacht, für sie eingekauft und gespendet haben, bewegt die 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Uelzen und Umgebung, der das Tierheim am Kuhteichweg unterhält, sehr.

Ihre Stimme wird sogar leicht brüchig, als sie von besonders emotionalen Momenten erzählt: „Wir haben eine extrem hohe Inflation, viele Menschen haben weniger Geld zur Verfügung. Und trotzdem ist die Spendenbereitschaft mehr als weihnachtlich. Wenn beispielsweise Seniorinnen von ihrer kleinen Rente 20 Euro spenden, dann ist das bewegend. Das haben wir so noch nie erlebt. Die Leute sind so lieb, rufen bei uns an und fragen, was wir gebrauchen können. Sie denken an die Tiere mit Sinn, Verstand und Herz – das öffnet dann unsere Herzen“, schildert Biggi Frels, die unumwunden zugibt: „Tierschutzarbeit kann manchmal ein hartes Brot sein. Aber solche Momente sind einfach nur schön, wenn sich so viele Menschen für unsere Sache von der guten Seite zeigen.“

Hunde, Katzen und Kleintiere im Heim

Sie spielt beispielsweise darauf an, dass sie persönlich sich alleine in diesem Jahr zwei Anzeigen eingehandelt hat – wegen Hausfriedensbruchs und Verleumdung. Ihr Mann Sven – Schatzmeister des Vereins – bekam eine Anzeige wegen Körperverletzung ab. Trotzdem bekräftigt Biggi Frels: „Menschen, die aus unserer Sicht nicht gut mit Tieren umgehen, werden sich auch künftig von uns anhören müssen, dass sie kein Tier bekommen.“

Aktuell leben im Tierheim Uelzen vier Hunde (zwei weitere in Pflegestellen), 30 Katzen, elf Farbratten, fünf Meerschweinchen und acht Kaninchen. Sie alle werden an Weihnachten wie an allen anderen Tagen von fleißigen Mitarbeitern und Helfern versorgt. „An Feiertagen und Wochenenden gibt es vom angestellten Team vormittags einen Notdienst, der alle versorgt. Nachmittags kommen Gassigänger für die Hunde – und einer von diesen Ehrenamtlichen versorgt abends auch alle Tiere. Für die Katzen haben wir sogar spezielle Ehrenamtliche, die die Versorgung übernehmen, da es meistens recht viele sind und oft auch medizinische Versorgung vonnöten ist“, so Biggi Frels.

Ohne die Ehrenamtlichen läuft nichts!“

Sie betont: „Ohne die Ehrenamtlichen läuft nichts!“ Das angestellte Team besteht aus zwei Teilzeitkräften, der ganze Rest der Arbeit läuft über Ehrenamtliche. „Für die Hunde sind die Feiertage toll, denn dann sind genug Gassigänger da“, weiß Frels.

Als ein echtes Erfolgsprojekt des Tierschutzvereins hat sich der Wunschbaum in der Fressnapf-Filiale an der Celler Straße herausgestellt. An diesem hingen Zettel mit Dingen, die benötigt werden für die Betreuung der Tiere, aber auch für die Infrastruktur des Tierheims. „Die Kunden kaufen gezielt diese Dinge für uns ein. Das lief dermaßen gut, dass wir zwischendurch schon Spenden abgeholt haben“, so Biggi Frels.

Parallel zum „analogen“ Wunschbaum gibt es ein ähnliches Hilfeersuchen des Vereins auch im Internet – auf der Plattform des Onlineversandhändlers Amazon. Hier pflegen die Verantwortlichen über das ganze Jahr hinweg und nicht nur vor Weihnachten eine Wunschliste.

Vom Leuchthalsband bis hin zu Rollbrettern

„Das machen wir schon länger, seit wie auch im Vorstand entschieden haben, beispielsweise in den sozialen Netzwerken mehr zu machen. Wir können so maximal viele Leute erreichen und wirklich die Dinge bekommen, die wir benötigen. Gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist das der einfachste Weg, weil niemand extra los muss, um etwas zu suchen und dann einzukaufen“, so Frels.

Momentan reicht die Palette der Wünsche von einem Leuchthalsband für Hunde über bestimmte Futtersorten bis hin zu einem Frettchenheim, Nagerhäusern, Streumaterial für die Kleintiere, aber auch Reinigungsmitteln und Rollbretter für die Lagerung von Katzenstreu und Futter. Die allermeisten Produkte sind direkt mit dem konkreten Mengenbedarf sowie mit einer Erklärung versehen – wer helfen möchte, legt die hinterlegten Produkte in seinen virtuellen Einkaufswagen, bestellt und bezahlt. Geliefert wird direkt in den Kuhteichweg. Auf der Internetseite www.tierheimuelzen.de geht es direkt zum Einkaufszettel der Uelzener Tierfreunde.

Auch am Fest immer in Bereitschaft

„Angesichts der tollen Unterstützung können wir positiv an das neue Jahr herangehen“, sagt Biggi Frels voller Zuversicht, wobei es natürlich am schönsten wäre, wenn sie sich gemeinsam mit allen Mitstreitern 2022 um möglichst wenige Tiere kümmern und möglichst viele in ein neues, schönes Zuhause vermitteln könnte.

Sollten über Weihnachtengar Tiere neu aufgenommen werden müssen – etwa Fundtiere über die Polizei – eilen Tierschützer zur Wache, holen das Tier ab, versorgen es mit Essen und Trinken. „Im Tierschutz ist immer etwas los“, so Biggi Frels.

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